Die Hitzewelle, die Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich tagelang erstickte, verschob sich nach Osten. Wettervorhersagen in Deutschland und der Tschechischen Republik warnen vor extremen Bedingungen. Temperaturen in Deutschland könnten an einigen westlichen und südwestlichen Gebieten am Donnerstag und am Freitag 40 Grad erreichen. In weiten Teilen der Tschechischen Republik bestand bereits eine extreme Wetterwarnung.
In Frankreich erhöhte Premierminister Sébastien Lecornu das Gesundheitsalarmniveau auf die höchste Stufe. Diese Maßnahme zielte darauf ab, die Krankenhauskapazitäten zu stärken und die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist berichtete, dass Todesfälle bei jungen Menschen, die mit den extremen Temperaturen in Verbindung standen, sowie bei älteren Menschen zu verzeichnen waren.
Die Auswirkungen der Hitze zeigten sich bereits in den Städten. In Paris stieg die Sterblichkeitsrate, und Bürgermeister Emmanuel Grégoire betonte die Notwendigkeit, die Risiken ernst zu nehmen. Er mahnte zur Vorsicht bezüglich der Jugend und kritisierte das unüberlegte Verhalten bei körperlicher Betätigung. Gleichzeitig wurden in der Region Rennes Todesfälle in den Pflegeeinrichtungen auf extreme Temperaturen zurückgeführt, wobei die Intensivstationen der Regionen gesättigt waren.
Die Situation in Frankreich erforderte eine Eskalation der Maßnahmen. Das Orsan-Gesundheitsnotfallprogramm wurde auf Stufe drei gehoben, um das Gesundheitssystem langfristig gegen die Belastung zu wappnen und die Schwächsten zu schützen. Zudem gingen drei Kernkraftwerke in Frankreich aufgrund der Hitze außer Betrieb. Die Regionen Westfrankreichs bereiteten sich auf starke Gewitter vom Donnerstagabend vor, wobei Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde erwartet wurden.
Die Klimaforschung betonte die globale Verbindung. Der Chef der Vereinten Nationen für den Klimawandel, Simon Stiell, erklärte, dass die „wilden Hitze Europas die Fingerabdrücke der Klimakrise überall trage“. Er forderte eine schnellere Umstellung auf erneuerbare Energien, den Schutz der Wälder und die Stärkung der Klimaresilienz. Die Hitze verstärkte die bereits bestehenden Probleme: Es kam zu erhöhter Belastung der Wasserversorgung und intensiveren Waldbränden, wobei in Spanien über eine Million Hektar verbrannt wurden.
Auch in anderen Ländern herrschte Alarm. In Deutschland erlebten Teile des Landes „Hitzestress“, und die DWD-Meteorologin Oliver Reuter äußerte die Möglichkeit, dass die Hitzewelle historisch werden würde. In Luxemburg wurde ein Rot-Alarm für „extreme thermische Belastung“ bis Samstagabend verlängert. Die Hitze veränderte das alltägliche Leben, wie beispielsweise die Schließung von Museen in Florenz aufgrund der Überlastung der Klimaanlagen.