Eine beispiellose frühe Sommerhitzewelle in Europa führte laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu über 1.300 vermeidbaren Todesfällen. Der Bericht betonte, dass die extremen Temperaturen und die damit verbundene Hitzestress-Belastung eine erhebliche Gefahr darstellten. Die WHO-Chefin Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, dass die europäischen Wohn-, Arbeits- und Bildungseinrichtungen nicht für diese Temperaturen errichtet worden seien. Dies unterstrich die Notwendigkeit dringender Anpassungsmaßnahmen in den betroffenen Regionen.
Die Temperaturrekorde wurden am Sonntag erneut auf dem Kontinent gebrochen. Insbesondere Deutschland verzeichnete drei aufeinanderfolgende Hitzetage, nachdem die Temperatur in Ostdeutschland 41,7 Grad Celsius erreichte. Gleichzeitig setzten Polen und die Tschechische Republik ihre jeweiligen Höchstwerte. Polen erreichte mit 40,5 Grad Celsius einen neuen Rekord in Slubice, während die Tschechische Republik mit 41,1 Grad Celsius einen zweiten Temperaturrekord in zwei Tagen aufstellte. Diese Entwicklung zeigte, wie schnell die extreme Hitze sich über den gesamten Kontinent ausbreitete.
Die Todesfälle resultierten primär aus dem Hitzestress. Die Behörden stellten fest, dass viele der zusätzlichen Todesfälle unter den älteren Menschen auftraten. Die Agentur verzeichnete einen Anstieg der Todesfälle zu Hause um 40 Prozent. Die Situation in Frankreich zeigte ebenfalls eine erhöhte Sterblichkeitsrate, wobei dort rund 1.000 mehr Todesfälle als erwartet auftraten. Dies verdeutlichte die unmittelbare gesundheitliche Belastung durch die anhaltende Hitze.
Die Weltgesundheitsorganisation warnte eindringlich vor der Geschwindigkeit der Erwärmung. Europa erwärmte sich mit einer Rate, die doppelt so hoch war wie der globale Durchschnitt. Tedros betonte, dass das Phänomen der sogenannten „einmal-in-einer-Generation“-Hitzewelle nun nahezu jährlich auftrat. Diese Ereignisse wurden durch den Klimawandel und die globale Erwärmung vorangetrieben.
Als Reaktion darauf forderte die WHO die europäischen Staaten auf, unverzüglich Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge zu ergreifen. Es wurde die Implementierung von Hitzeschutzplänen gefordert, um die Bevölkerung vor den Folgen der extremen Hitze zu schützen und die Infrastruktur an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen.