Die letzte Woche brach eine Hitzewelle in Westeuropa nationale Juni-Temperaturrekorde und setzte neue Höchstwerte. Das Vereinigte Königreich verzeichnete am Freitag, dem 27. Juni, eine provisorische Höchsttemperatur von 37,7 Grad in Lingwood in Norfolk. Diese Zahl brach den vorherigen Juni-Rekord von 35,6 Grad, der im Jahr 1976 gesetzt worden war. Ein solch großer Unterschied von 2,1 Grad war außergewöhnlich. Gleichzeitig erreichte Deutschland in Coschen am 28. Juni 41,7 Grad und brach damit für das dritte Mal hintereinander seinen Allzeitrekord. Die Niederlande setzten am 26. Juni mit 39,4 Grad einen neuen Juni-Rekord, während Ungarn am 30. Juni mit 42 Grad einen Allzeithöchstwert in Szécsény verzeichnete.
Neben den Tagesextremen erlebte weite Teile Europas tropische Nächte. Die Nachttemperaturen fielen in dieser Zeit nicht unter 20 Grad. Die höchste minimale Temperatur, die in diesem Zeitraum gemessen wurde, betrug 29,4 Grad in Ost-Sachsen, Deutschland. Auch Frankreich erlitt mehrere Tage über 40 Grad, was zur Stilllegung einiger Kernkraftwerke zwang.
In Nordwestchina herrschten diese heißen Bedingungen ebenfalls. Die Temperaturen erreichten am Montag 45 Grad und am Dienstag 47 Grad. Es wurde erwartet, dass die Hitzewelle bis zum 7. Juli andauerte. In den Regionen Yuli und Ruoqiang wurden extreme Hitzewarnungen ausgegeben, da dort Temperaturen über 45 Grad erwartet wurden. Teile von Ruoqiang, Qiemo, Korla, Luntai und das Yanqi-Becken erreichten zudem 40 Grad.
Diese extreme Hitze wurde durch ein anhaltendes Hochdrucksystem über dem Kontinent verursacht. Dieses System zog heiße, trockene Luft heran und blockierte kühlere Luftmassen. Da in dieser ariden Region der Bodenfeuchtigkeit mangelte, begrenzte dies die Verdunstungskühlung und ließ den Boden und die Luft noch schneller erhitzen. Die Behörden riefen Einwohner und Unternehmen dazu auf, körperliche Arbeiten während der heißesten Tageszeiten zu vermeiden, ältere und gefährdete Personen zu schützen und zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen gegen Waldbrände zu treffen.
Die Straßenoberflächen wurden voraussichtlich 60 Grad überschritten, was das Risiko von Asphaltverformungen und Störungen auf den Autobahnen erhöhte. Die hohen Temperaturen begünstigten zudem Ausfälle und die Beschädigung von Fracht. Die Eisenbahnen führten aufgrund der hohen Gleistemperaturen Geschwindigkeitsbeschränkungen ein.