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Wissenschaft

Hitzewellen brechen Rekorde: Die Gefahr des beschleunigten Klimawandels

Überhitzte Sommer in Europa und die Warnung vor noch extremeren Ereignissen

In Westeuropa suchte man momentan kaum noch Orte, die der Hitze entkommen konnten. Im Vereinigten Königreich überschritten die Temperaturen am Dienstag die Marke von 35 Grad Celsius, was zwei Grad über dem bisherigen Sommerrekord für Mai lag. Diese Hitze erschien außergewöhnlich, selbst inmitten des Sommers, und nicht einmal im Frühling, erklärte das Met Office. Professorin Friederike Otto, Klimawissenschaftlerin am Imperial College London, bezeichnete die Entwicklung als „absolut erstaunlich“. Peter Thorne, Direktor des Icarus Climate Research Centre in Irland, fügte hinzu: „Es war zutiefst verrückt“.

Auch Frankreich erlebte eine beispiellose Hitzewelle in der Frühsaison. Rund um das Land wurden Hunderte von Temperaturrekorden gebrochen. Irland erlebte eine Übertreffung des Mai-Temperaturrekords um mehr als ein Grad, während Deutschland, Italien, Spanien und die Schweiz ebenfalls ungewöhnlich heiße Bedingungen im Frühling erlebten. Die unmittelbare Ursache dieser Hitzewellen war ein „Hitzedom“, bei dem ein Gebiet hohen Drucks über Europa „stecken blieb“ und warme Luft darunter einschloss.

Wissenschaftler hatten jedoch wenig Zweifel, dass der menschengemachte Klimawandel – primär durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas verursacht – die Hitze verstärkt hatte. Über die letzten dreißig Jahre erwärmte sich Europa um 0,56 Grad Celsius pro Jahrzehnt, was mehr als das Doppelte des globalen Durchschnitts darstellte, so berichtete das Copernicus-Klimaservice. Dies bedeutete eine seismische Veränderung im Klimabereich und machte extreme Hitzeereignisse signifikant intensiver.

Richard Betts, Leiter der Klimaforschung beim Met Office, erklärte, dass Hitzewellen dadurch viel schwerwiegender wurden, da sie auf einem bereits erwärmten Klima stattfanden. Er betonte, dass die beobachteten Phänomene genau jene waren, wonach man zuvor gewarnt hatte, auch wenn diese Rekorde extremer und schneller eintraten, als erwartet. Erich Fischer, Professor am ETH Zürich, erläuterte, dass die Marge für Rekorde bei relativ seltenen Wetterphänomenen wie dem Hitzedom enorm sein konnte. Wenn dieselben Wetterereignisse der 1970er Jahre erneut auftraten, würde dies nicht nur etwas wärmer sein, sondern den Rekord einfach brechen.

Diese Rekordbrecher-Hitzewellen waren ein Zeichen für die zukünftige Entwicklung. Die globale Erwärmung konnte bis zum Ende des Jahrhunderts nahe 3 Grad erreichen, basierend auf den aktuellen Klimapolitiken. Dies bedeutete, dass weitere Temperaturrekorde entstehen würden, was besondere Herausforderungen für Länder wie das Vereinigte Königreich und die Schweiz darstellte, deren Infrastruktur nicht für extreme Hitze ausgelegt war. Professor Otto warnte, dass das heutige Klima nicht das war, mit dem man aufgewachsen war, und dass Gebäude und Infrastruktur für die kommenden Entwicklungen unzureichend vorbereitet seien. Solange die globalen Kohlenstoffemissionen nicht auf Netto-Null reduziert wurden, würde die Erderwärmung weitergehen und Temperaturrekorde weiter gebrochen werden.

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