Das Vereinigte Königreich und die Schweiz verzeichneten den heißesten Juni aller Zeiten. Die extremen Temperaturen, die durch die Klimakrise verstärkt wurden, korrelierten mit einem Anstieg der Gesundheitsnotfälle in ganz Europa. In Frankreich verstarb ein weiteres Kleinkind, und es kam zu einem deutlichen Anstieg der medizinischen Notfälle.
Das Vereinigte Königreich verzeichnete eine neue Höchsttemperatur von 36,4 Grad in Yeovilton. In der Schweiz überschritten die Temperaturen erstmals im Juni die 37 Grad, womit ein Rekord aus dem Jahr 1947 gebrochen wurde. Die Met Office meldete zudem eine sengende Nacht in Cardiff, die den höchsten Tiefstwert im Juni für das Land darstellte.
Die Hitze erstreckte sich über weite Teile Westeuropas. Schätzungen zufolge erlebten mindestens 101 Millionen Menschen am Donnerstag Temperaturen über 35 Grad. In Frankreich herrschte eine extreme Hitzewarnung, und Behörden mussten drei Kernreaktoren stilllegen, da die Kühlwassertemperaturen zu hoch wurden.
Die Hitze hatte direkte Todesfolgen. Staatsanwälte verbanden die Hitze mit dem Tod eines dreijährigen Jungen, der in Paris verstarb. Auch in Spanien wurden durch die Hitzewelle schätzungsweise 212 Todesfälle zwischen Sonntag und Mittwoch verzeichnet. In Italien führten die Hitzeereignisse zu mehreren Todesfällen, darunter auch Bergleute und Bauarbeiter.
Die Gesundheitsbehörden berichteten von einer signifikanten Belastung. In Paris wurden über 24 Stunden 25 Herzstillstände registriert, und die Notaufnahme verzeichnete viermal so viele Besuche wegen hitzebedingter Erkrankungen wie im Durchschnitt. Die Hitze stellte die Infrastruktur und die öffentliche Gesundheit vor große Herausforderungen.
Experten betonten, dass die extreme Hitze die unmittelbare Folge der Kohlenstoffbelastung war. Der UN-Klimachef Simon Stiell erklärte, dass die europäische Hitzewelle der Preis für die fossile Brennstoffverschmutzung sei. Er forderte eine schnellere Umstellung auf erneuerbare Energien und den Schutz der Wälder. Die Politik reagierte darauf, indem das britische Parlament ein verbindliches Ziel für einen Emissionsabbau von 87 Prozent bis 2040 beschloss.