Frankreich und Spanien befanden sich in höchster Alarmbereitschaft, da die vierte Sommerhitzewelle die Bemühungen zur Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in beiden Ländern komplizierte. Die Behörden zeigten vorsichtigen Optimismus, da es über Nacht Fortschritte bei der Eindämmung der Flammen erzielten, warnen jedoch vor Selbstzufriedenheit. Die Wetterbedingungen verschlechterten sich, und die Temperaturen stiegen auf hohe Dreißiger und niedrige Vierzig Grad an, was die Befürchtung auslöste, dass einige Brände in den kommenden Stunden erneut entfachten würden.
Der spanische Premierminister Pedro Sánchez erklärte am Morgen, dass die nächsten zwölf Stunden für ein großes Waldbrandgebiet nahe Madrid „entscheidend“ seien. Gleichzeitig wurden in anderen europäischen Ländern ernste Waldbrände gemeldet; zwei Feuerwehrleute starben bei der Bekämpfung eines Feuers auf der südlichen griechischen Insel Kreta. Die Flammen brachen in verschiedenen Regionen aus, angetrieben durch stürmische Winde.
In Frankreich kreisten Flugzeuge über dem Waldgebiet nördlich der Küstenstadt Lanton und lieferten Meerwasser als Löschmittel, um das Ausbreiten des Brandes zu verhindern. Auf dem Boden stellten sich Reihen von Löschfahrzeugen und Lastwagen, die mit Wasserzisternen beladen waren. Lokale Bewohner beschrieben die Situation als ökologische Katastrophe, während die Gefahr bestand, dass ein Brand wie der in Lanton die schlimmsten Waldbrände Frankreichs seit 1949 wieder in Flammen setzte.
Die Europäische Kommission präsidiumspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Notwendigkeit der europäischen Solidarität angesichts der Brände in Frankreich und Spanien. Rumänien und Griechenland entschieden sich, ihre Missionen zu verlängern und ihre Unterstützung für die betroffenen Regionen fortzusetzen. Auch Polen würde ab Samstag in den Kampf gegen die Brände eintreten.
Die Auswirkungen der Waldbrände auf die Umwelt und die Gesundheit waren gravierend. Große Gebiete in Spanien und Frankreich zeigten „sehr“ bis „extrem“ schlechte Luftqualität. Schätzungen des Lancet-Studien zeigten, dass jährlich etwa anderthalb Millionen Menschen durch den Rauch von Landschaftsfeuern starben. Die europäische Halbinsel wurde als Frontlinie der Klimakrise identifiziert, da Europa die am schnellsten aufheizende Kontinent war.
Experten betonten, dass die Reaktion auf die Brände allein nicht ausreichte. Der Wildfeuer-Experte Moises Galan Santano betonte, dass der Fokus auf Prävention gelegt werden müsse. Dies umfasste Frühwarnsysteme, eine verstärkte Viehweide zur Reduzierung der Vegetation sowie Änderungen in der Forstwirtschaft. Es wurde ein politisches Papier der Europäischen Kommission veröffentlicht, das Maßnahmen zur besseren Verhinderung und Bewältigung von Bränden vorschlug, um die zukünftige Zerstörung zu begrenzen.