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Wirtschaft

Hitzewellen kosteten die britische Wirtschaft Milliarden

Neue Analysen zeigen erhebliche Verluste durch extreme Wetterereignisse

Wiederholte, erschöpfende Hitzewellen im Sommer verursachten erhebliche wirtschaftliche Verluste für die britische Wirtschaft. Eine neue Analyse ergab, dass die Hitzewellen bereits bis Juli mehr als 4 Milliarden Pfund an Ertragsverlusten verursacht hatten. Das Umweltforschungsinstitut Verdant hatte bereits im Juni den wirtschaftlichen Schaden durch die unüblichen hohen Temperaturen auf 2,36 Milliarden Pfund geschätzt. Durch die Aufnahme der Temperaturen des letzten Monats erhöhte das Institut seine Schätzung auf einen Gesamtschaden von 4,4 Milliarden Pfund an Produktionsverlusten.

Die direkten wirtschaftlichen Kosten resultierten daraus, dass Arbeitskräfte in vielen Branchen während der Hitzewellen weniger produktiv arbeiteten. Zudem überhitzten Infrastruktur und Geräte, weshalb diese abgeschaltet werden mussten. Das Met Office warnte diese Woche vor extremer Hitze in England, was auf drei frühere Hitzewellen in den Monaten Mai, Juni und Juli folgte. Die Vorhersage deutete darauf hin, dass das Vereinigte Königreich seinen heißesten Sommer je verzeichnen würde.

Verdant forderte die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Arbeitnehmer und Unternehmen vor den gravierenden Auswirkungen extremer Hitze zu schützen. Das Institut forderte die Einführung einer maximalen Arbeitstemperatur und die Bereitschaft, Arbeitnehmer zu entschädigen, wenn sie aufgrund extremer Hitze ihre Arbeitszeiten verkürzen mussten. Darüber hinaus betonte die Analyse die Notwendigkeit von Investitionen in die städtische Umgestaltung, um kühlere Grünflächen in den Städten des Landes zu schaffen.

Die Schätzungen von Verdant schlossen indirekte Verluste wie die Kosten für die Bekämpfung von Waldbränden und den zusätzlichen Stromverbrauch für Lüfter und Klimaanlagen aus. Das größte wirtschaftliche Problem lag jedoch in London und dem Südosten, wo die Temperaturen am höchsten waren. Sollten die Hitzewellen mit derselben Intensität wie im letzten Jahrzehnt fortgesetzt werden, prognostizierte das Institut, dass die jährlichen wirtschaftlichen Kosten bis 2030 mehr als 25 Milliarden Pfund erreichen könnten.

Die Schätzungen stützten sich auf Vergleiche aus ganz Europa, die von der Versicherung Allianz bereitgestellt wurden. Diese Vergleiche besagten, dass pro Grad Temperaturanstieg über 30 Grad die Arbeitsleistung der Beschäftigten pro Stunde um 3 Prozent sank. Diese Zahlen korrespondierten mit Arbeiten des Grantham Research Institute an der London School of Economics, welches den Verlust von über 1 Milliarde Pfund an Produktion allein während der Hitzewelle im Juni feststellte. In einer Umfrage unter 2.000 Befragten fanden die Forscher des Instituts heraus, dass 3,6 Prozent der Befragten während der Woche vom 22. Juni aufgrund der sengenden Temperaturen gar nicht arbeiteten, während 87 Prozent mindestens eine gesundheitliche Beeinträchtigung meldeten.

Wirtschaftswissenschaftler warnten zunehmend vor den wachsenden Kosten extremer Wetterereignisse, einschließlich der Risiken höherer Inflation durch steigende Lebensmittelpreise, da die Produktion durch Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände beeinträchtigt wurde. Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, verwies auf die Auswirkungen der extremen Temperaturen dieses Jahres als Beweis dafür, dass die Regierung ihre Klimaziele einhalten müsse. Der Generalsekretär des TUC, Paul Nowak, forderte von Gewerkschaften Regeln, die Arbeitgebern vorschrieben, Maßnahmen zur Temperaturreduzierung zu ergreifen, wenn die Temperaturen 24 Grad überschritten, und Arbeit zu stoppen verlangten, wenn die Temperaturen 30 Grad oder 27 Grad für anstrengende Tätigkeiten erreichten.

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