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Wissenschaft

Höhlenkunst in Wales: Uralte Felsbilder als älteste in Großbritannien

Neuanalysen enthüllten, dass die in 1928 abgetane Zeichnungen 17.100 Jahre alt waren.

Eine Höhlenmalerei in Bacon Hole, nahe Mumbles in Süd-Wales, wurde einst als natürliche Erscheinung abgetan. Im Jahr 1912 berichtete die Zeitung The Guardian über die Entdeckung dieser paläolithischen Felskunst an den Wänden einer Höhle. Die horizontalen Streifen in rotem Pigment wurden anschließend als bloßes Naturphänomen betrachtet. Die Zeitung veröffentlichte eine aktualisierte Stellungnahme und erklärte, dass die roten Streifen lediglich durch eisenoxidhaltige Mineralien entstanden seien und keine prähistorische Kunst darstellten.

Diese frühere Einschätzung erwies sich als falsch. Neuere wissenschaftliche Analysen lieferten Beweise, die die ursprüngliche Berichterstattung korrigierten. Archäologen nutzten die neuesten wissenschaftlichen Methoden zur Datierung der Felskunst und stellten fest, dass die Bilder tatsächlich vor 17.100 Jahren geschaffen worden waren. Dies machte die Höhlenmalerei zur ältesten bekannten Form der Felskunst in Großbritannien sowie in Nordwesteuropa.

Dr. George Nash, ein britischer Spezialist für prähistorische Kunst, der ein internationales Forschungsteam leitete, betonte die Bedeutung der Entdeckung. Er erklärte, dass die Kunst nie als Felskunst betrachtet worden war, da die wissenschaftlichen Mittel zur Datierung in jenen Zeiten fehlten. Durch die Anwendung der Uran-Thorium-Datierung konnten sie Daten vor 17.100 Jahren für die Pigmente gewinnen. Nash äußerte sich begeistert über diese Wiederentdeckung und ihre Relevanz für das Verständnis der tiefen Vergangenheit Wales.

Die ursprüngliche Entdeckung erfolgte 1912 durch die Professoren William Sollas und Henri Breuil, die sie als „das erste Exemplar einer prähistorischen Höhlenmalerei in England“ feierten. Die archäometrische Analyse der Pigmente zeigte eine Mischung aus Calcit, passend zur Kalksteingeologie der Region, sowie Tonrückständen innerhalb einer „Pigmentrezeptur“. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die farbigen Linien durch menschliche Hand geschaffen worden waren und nicht durch natürliche Prozesse entstanden. Die Linien waren horizontal angeordnet und gleichmäßig voneinander entfernt, was auf eine bewusste und strukturierte Gestaltung hindeutete.

Bacon Hole liegt in den Kalksteinfelsen von Süd-Gower und wurde vom National Trust of Wales verwaltet. Die Archäologen argumentierten, dass die Höhle nun als „geschütztes Denkmal“ anerkannt werden sollte. Die Forschung, die von der First Art sowie Akademikern von Southampton und Swansea durchgeführt wurde, lieferte wichtige Einblicke in die Umweltgeschichte. Die Forschung deutete darauf hin, dass Wales vor etwa 17.100 Jahren aus einer schweren Kaltphase der Devensian-Glaziation hervorging. Die Region bot während dieser Zeit geeignete Habitate für Jäger und Sammlergruppen, da die Küstenlinie als günstiger Sammelbereich für wandernde Megafauna diente.

ArchäologieWalesPrähistorieFelskunst

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