Fünf Personen wurden verhaftet, nachdem die Polizei unabhängige Buchhandlungen in Hongkong durchsuchte. Die Verdächtigen wurden mit dem Verstoß gegen das nationale Sicherheitsgesetz in Verbindung gebracht, da sie Bücher verbreiteten und ausstellten, die als „seditös“ eingestuft wurden. Die Behörden erklärten, dass die Publikationen Hass gegen die Regierung, die Justiz und die Strafverfolgungsbehörden des Territoriums angeheizt hätten.
Die Beamten nahmen Bücher aus beiden Geschäften mit. Die Verdächtigen, bestehend aus zwei Männern und drei Frauen, wurden wegen „Handeln mit seditösem Vorsatz“ festgenommen. Bei Verurteilung drohten ihnen bis zu sieben Jahre Haft. Die genauen Details der Geschäfte blieben den Behörden vorenthalten.
Eines der durchsuchten Ladengeschäfte befand sich im dicht besiedelten Gebiet von Mong Kok. Dieses Geschäft, das 2022 von einer Gruppe ehemaliger Journalisten gegründet worden war, führte Literatur über Demokratie, Autoritarismus und Medienkompetenz. Die Razzia erfolgte kurz nach einer Ankündigung des Schließens des Geschäfts im August, wobei finanzielle Gründe und eine „flüchtige rote Linie“ bezüglich problematischen Materialien genannt wurden.
Lokale Medien berichteten zudem, dass ein nahegelegenes Buchgeschäft ebenfalls Ziel der Durchsuchung wurde. Das Geschäft betonte auf der Webseite, dass es Literatur aus Hongkong und Taiwan vorrätig hatte, welche „Literatur, Geschichte, Philosophie, Kunst, Soziologie und Selbstverbesserung“ umfasste.
Die Durchsuchungen verdeutlichten die beunruhigende Realität der Stadt. Amnesty International bemerkte, dass die Aktionen die „erschreckende Realität“ zeigten: Man konnte sich allein aufgrund dessen kriminalisiert werden, was auf den Bücherregalen stand. Die Unsicherheit bezüglich der sogenannten „roten Linien“ ließ Buchhändler und Autoren ratlos zurück und führte zu Angst und Selbstzensur.