Die Behörden von Hongkong führten Razzien in zwei Buchhandlungen durch und verhafteten fünf Personen im Verdacht, sogenannte seditious Publikationen verkauft oder ausgestellt zu haben. Diese Maßnahme zielte auf unabhängige Buchhändler ab, was eine neue Eskalation der Kontrollen darstellte. Videos und Fotos zeigten Beamte mit polizeilichen Westen, wie sie Kisten aus den Gebäuden der Buchhandlungen entzogen. Eine weitere Szene spielte sich wenige Straßen entfernt ab, bei der ebenfalls Waren aus einem anderen Geschäft genommen wurden.
Die Polizei gab in einer Erklärung an, dass sie zwei Männer und drei Frauen wegen des Verstoßes gegen das nationale Sicherheitsgesetz von 2024 verhaftet hatten. Der Verdacht betraf die Verbreitung und den Verkauf von Materialien mit „seditious“ Absicht. Die Durchsuchungen erfolgten in zwei Geschäften im Bezirk Mong Kok, wobei die genauen Standorte nicht genannt wurden. Die Ermittlungen gingen auch auf den Fund verdächtiger Bücher zurück, die gegen die Regierung, das Justizsystem und die Strafverfolgungsbehörden gerichtet waren.
Der Sicherheitschef der Stadt, Chris Tang, erklärte gegenüber Journalisten, dass Buchhändler eine Verantwortung trugen, sicherzustellen, dass die verkauften Werke die nationale Sicherheit nicht gefährdeten. Er verglich diese Pflicht mit der von Lebensmittelhändlern, die gewährleisten mussten, dass ihre Waren keine Gefahr darstellten. Tang betonte, dass die Gesetze sehr klar seien und wer sie brach, die rote Linie überschritten habe.
Zusätzlich zu den Raubzügen wurden auch Zollbeamte den Fall in die Wege leiten, nachdem in einer Sendung von Waren, die nach Hongkong verschifft wurden, mutmaßlich seditious Bücher entdeckt worden waren. Die Behörden versicherten, dass sie keine Liste verbotener Bücher erstellen würden, sondern sich auf den Inhalt der Werke konzentrierten. Sie erklärten, dass Bücher, welche die Autoritäten verhärten, als unrechtmäßig galten.
Diese Operationen stellten die dritte Welle von Verhaftungen im Zusammenhang mit unabhängigen Buchhandlungen dar. Frühere Maßnahmen im März und Juni hatten in der asiatischen Finanzmetropole als ein Versuch gesehen, den Dissens zu unterdrücken. Die Situation betraf insbesondere das Buchgeschäft Have A Nice Stay, das bereits angekündigt hatte, am 30. August zu schließen, was auf finanzielle Schwierigkeiten und eine unklare Grenze hindeutete. Die jüngsten Fälle erinnerten an frühere Kontrollen, bei denen auch die Biografie des ehemaligen Pro-Demokraten Jimmy Lai im Fokus stand.