Ein Hotelier legte seine Aussage bei der Untersuchungskommission gegen Korruption (Icac) dar. Er erklärte, dass er von dem Schema der sogenannten „Reformisten“ des New South Wales Liberalen Partei, die eine Verschiebung der Partei in Richtung der konservativen Rechte anstrebten, zutiefst enttäuscht war. O’Hara gestand, dass er zwischen 2018 und 2023 Zahlungen an diese Gruppe geleistet hatte, um die sogenannten „Branch-Stacking“-Bemühungen zu unterstützen. Diese Zahlungen erfolgten unter dem Deckmantel von Finanzberatung oder Beratungsdiensten.
Die Untersuchungskommission hörte am Dienstag die letzte Aussage von Michael O’Hara. Er äußerte sein Entsetzen über die Entwicklung der Gruppe und bedauerte, dass er sich für diese Organisation eingesetzt hatte. O’Hara gab an, dass er seine Zahlungen an den Reformisten an Lobbyisten und Unternehmen leistete, die von Mitgliedern der Gruppe gegründet wurden. Diese Zahlungen dienten dazu, die politischen Ziele der Reformisten zu fördern.
O’Hara erklärte, dass er seine Unterstützung für die Reformisten zurückzog, nachdem er feststellte, dass die Liberale Partei unter Dominic Perrottet eine progressive Haltung eingenommen hatte. Er äußerte seine Kritik an Perrottet, indem er betonte, dass dieser entweder mit den progressiven Entwicklungen einverstanden sei oder zu schwach gewesen sei, um diese zu korrigieren. O’Hara kritisierte zudem die Haltung der Bundesführer Scott Morrison, der er als geschwächt ansah, da dieser seine Arbeitsplätze ins Ausland verlagert hatte.
Die Kommission erörterte weitere Vorwürfe im Rahmen der Ermittlungen. Es wurde ein abgehörtes Telefongespräch mit Jean Nassif in Oktober 2021 zur Sprache gebracht. Nassif behauptete in diesem Gespräch, für die Entfernung eines Gebäudekommissars zu haben bezahlt und eine politische Positionierung zu verfolgen. Zwei Monate später ernannte Dominic Perrottet Petinos als Minister für fairem Handel. Die Untersuchung stellte fest, dass Dominic Perrottet und Petinos keine Unregelmäßigkeiten begangen hatten.
Die aktuelle Führung der Liberale Partei, Kellie Sloane, äußerte sich während der Anhörungen über die Atmosphäre. Sie forderte eine faire Verfahrensweise, nachdem ein Mitglied ihrer Frontlinie, Eleni Petinos, von der Kommission genannt worden war. Die Ermittlungen dauerten an, um die Hintergründe der finanziellen Beziehungen und der politischen Ausrichtung der Partei zu klären.