Mindestens sieben Ölfrachtschiffe nahmen nahe Jemen scharfe Kurswechsel vor. Diese Manöver erfolgten nach der Ankündigung des Iran-verbundenen Houthi-Gruppen einer „maritimen Embargo“ gegen Saudi-Arabien am Montag, zeigten die Schiffsverfolgungsdaten. Alle Schiffe befanden sich entweder auf dem Weg zu oder von saudischen Häfen und änderten ihren Kurs abrupt, als das Embargo bekannt gegeben wurde.
Das Rote Meer bildete eine zentrale Handelsroute, welche den Mittelmeerraum und das Golf von Aden über zwei Engpässe verband: den Suezkanal in Ägypten und den Bab al-Mandab-Straße zwischen Jemen und dem Horn von Afrika. Diese Route spielte eine entscheidende Rolle für den Export saudischen Öls, insbesondere nach der Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran, welche die Straße von Hormus faktisch zum Erliegen brachte und den Öl- und Gasfluss aus dem Golf stark einschränkte.
Die Houthi-Gruppe erklärte in einer E-Mail, dass Schiffe vom Beladen oder Entladen an allen saudischen Häfen verboten seien und dass sie „in jeder Lage innerhalb der operativen Reichweite Ziel für Angriffe sein könnten“. Diese Maßnahme erfolgte als Vergeltung für eine saudische Blockade von Häfen und Flughäfen im nordwestlichen Jemen. Die EU-Marineeinheit in der Region Aspides riet daraufhin an, Handelsschiffe, die mit israelischen, amerikanischen oder saudischen Interessen verbunden waren, das Rote Meer und den Golf von Aden zu meiden, solange die Bedrohungslage nicht abgenommen habe.
Die unmittelbare Reaktion der Schifffahrt zeigte sich durch die Kursänderungen. Mehrere Frachter, darunter ein Rohöltanker, der mit saudischem Rohöl beladen war, kehrten nach der Ankündigung des Embargos um. Auch andere Schiffe, die auf dem Weg zu Saudi-Arabien befanden, änderten ihren Kurs im Golf von Aden. Diese Bewegungen korrelierten zeitlich mit der Verhängung des Embargos, was von Risikomanagementfirmen als konsistent erachtet wurde.
Analysten befürchteten, dass eine weitere Einschränkung des Handels die Energiepreise in die Höhe treiben würde. Sollten die Houthi-Beschränkungen andauern, prognostizierten Experten höhere Frachtraten und steigende Energiekosten. Die Abhängigkeit von dieser Route machte das globale Energiesystem anfälliger für solche Schocks, und die Auswirkungen auf die Verbraucher würden sich zeitverzögert manifestieren.