Die Houthi-Rebellen eroberten den strategischen Hafen Mokha im Roten Meer von den saudisch unterstützten pro-regierungsnahen Kräften. Militärquellen und Zeugen berichteten, dass die Gruppe den Hafen von Mokha von den saudischen Verbündeten erobert hatte. Diese Eroberung platzierte die Houthi-Gruppe nur fünfundsiebzig Kilometer von der Meerenge Bab al-Mandab entfernt, dem südlichen Zugang zu einer Handelsroute, welche Asien und Europa verband. Die Kontrolle über diese Küstenregion stellte eine strategische Bedrohung für Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten dar.
Die Houthis erklärten zwar, keine Bedrohung für den internationalen Schiffsverkehr darzustellen, bekräftigten jedoch ihre Drohung, Schiffe aus Saudi-Arabien anzugreifen. Diese Eskalation des Konflikts zwischen den Houthis, der Regierung Jemens und Saudi-Arabien führte zu einem Anstieg der Ölpreise. Hunderttausende von Menschen starben und Tausende wurden vertrieben, nachdem die Houthis vor einer Offensive im Südwesten eine Woche zuvor gestartet hatten. Die saudisch geführte Koalition führte zudem Luftangriffe auf Houthi-kontrollierte Gebiete im Westen Jemens durch, während die Houthis Raketen und Drohnen auf Städte und Ölanlagen in Saudi-Arabien abfeuerten.
Die Bewohner von Mokha berichteten, dass Houthi-Kämpfer nach heftigen Zusammenstößen mit pro-regierungsnahen Kräften am Mittwochabend in die Stadt vorgedrungen waren. Die Übernahme erfolgte ohne Vorwarnung, was zu Panik führte und viele Familien zwang, ihre Häuser zu verlassen. Viele Vertriebene wanderten nach Osten in die Stadt Aden, wo der international anerkannte Präsidentenrat und die Regierung Jemens ansässig waren. Sie berichteten von der Zerstörung ihrer Besitztümer und der fehlenden Möglichkeit, sich zu verteidigen.
Die Houthi-Supreme Political Council gab in einer Erklärung den Hinweis, dass die Kämpfe in den westlichen Küstenbezirken nach der Verdrängung der saudischen Feindmobilisierung eingestellt worden seien. Der Kommandeur der jemenitischen Regierungstruppen räumte ein, dass seine Streitkräfte einen strategischen Rückzug südlich von Mokha organisiert hatten, um sich in einer sicheren Lage neu zu organisieren. Dies zeigte die erhebliche Belastung, die die Streitkräfte in der westlichen Küste durch die Houthi-Offensive, die von Iran unterstützt wurde, erlitten hatten.
Die Houthi-Ziele lagen in der Kontrolle des Hafens Mokha sowie der Binnenstadt Hays und des großen Militärstützpunktes Khalid ibn al-Walid. Die Kämpfe erstreckten sich über verschiedene Regionen Jemens, was darauf hindeutete, dass die Houthis versuchten, politische Spaltungen innerhalb der jemenitischen Regierung auszunutzen. Analysten befürchteten, dass die militärische Kapazität beider Seiten vergleichbar blieb, was eine baldige Reduktion der Feindseligkeiten unwahrscheinlich machte. Der Konflikt konzentrierte sich auf die Küstenfronten in Hodeidah und Taiz, wo beide Seiten das gesamte Territorium beanspruchten, um der Gegenseite die effektive Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab zu verwehren.