Die Houthi-Bewegung kündigte ein Seeembargo gegen Saudi-Arabien an. Der militärische Sprecher der iranisch unterstützten Gruppe erklärte, dass das Embargo unverzüglich begann und eine Vergeltung für die Blockade von Häfen und Flughäfen im nordwestlichen Jemen verlangte. Die Gruppe teilte mit, dass sie die Bab al-Mandab-Straße, das südliche Tor zum Roten Meer, für Schiffe aus Saudi-Arabien schloss. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf frühere Luftangriffe auf Flughäfen in Sanaa, welche die Houthis auf die saudische Regierung zurückführten.
Die Ankündigung erfolgte im Kontext einer Eskalation im Konflikt zwischen den Houthis und Saudi-Arabien, die seit dem informellen Waffenstillstand von 2022 eine deutliche Zunahme erfuhr. Der Houthi-Sprecher Yahya Sarea beschuldigte Saudi-Arabien, über zwölf Jahre hinweg eine „ungerechte und erdrückende Belagerung“ gegen die Bevölkerung verübt zu haben. Er erklärte, die Gruppe erwiderte dies mit einem „Seeembargo gegen den kriminellen saudischen Feind“ nach dem Prinzip der Vergeltung.
Die Bab al-Mandab-Straße, eine 32 Kilometer breite Wasserstraße zwischen dem südwestlichen Jemen und dem Horn von Afrika, verband den Golf von Aden mit dem Roten Meer. Die Schließung dieser Passage führte zu einer unmittelbaren Verwirrung in der Schifffahrt. Bereits vor der aktuellen Ankündigung hatten die Houthis im Zuge des Gaza-Konflikts in Oktober 2023 mit Raketen und Drohnen Handelsschiffe im Roten Meer angegriffen. Diese Angriffe führten zum Untergang von vier Schiffen und zum Tod von neun Besatzungsmitgliedern und reduzierten den kommerziellen Verkehr durch die Straße auf ein Rekordminimum.
Als Reaktion auf die Lage im Hormus-Straßegebiet diversifizierte Saudi-Arabien über 70 Prozent seiner Rohstoffexporte auf das Hafen Yanbu im Roten Meer. In den letzten Wochen wurden dort etwa vier Millionen Barrel pro Tag transportiert. Die Gesamtmenge der durch die Bab al-Mandab-Straße transitierenden Ölvolumina stieg im Juni auf 7,4 Millionen Barrel pro Tag, was etwa sieben Prozent der globalen Produktion entsprach.
Experten äußerten jedoch weiterhin Unsicherheit über die nächsten Schritte der Houthis. Es blieb unklar, ob die Gruppe von Drohungen zu direkten Angriffen auf Schiffe, die nach Saudi-Arabien zielten, überging. Die Ankündigung allein verursachte jedoch bereits Störungen in der Schifffahrt und schuf Unsicherheit für die saudischen Häfen. Die entscheidende Frage blieb, ob die Houthis von der Drohung zur direkten Aktion übergingen.