Der Neubeginn des Hochgeschwindigkeitszugprojekts HS2 stand vor einer Neubewertung. Der nationale Rechnungshof (NAO) forderte die Ministerien auf, die Umsetzung der revidierten Pläne auszusetzen, solange die Regierung nicht über die notwendige Sicherheit für die erfolgreiche Realisierung verfügte. Der Bericht des NAO betonte, dass das Projekt auf einem stabilen Fundament stehen müsse, um eine Wiederholung früherer Fehlschläge zu verhindern.
Vor kurzem verkündete der Verkehrsminister Heidi Alexander, dass die Kosten des Streckennetzes auf bis zu 102,7 Milliarden Pfund stiegen und die Züge zwischen London und Birmingham erst so weit fahren würden, wie das Jahr 2039. Dies bedeutete eine Verzögerung von 13 Jahren gegenüber den ursprünglichen Zusagen. Das Projekt selbst würde erst bis 2043 vollständig abgeschlossen werden.
Nach einer dreizehnmonatigen Überprüfung entwickelte Mark Wild, der Vorstandsvorsitzende von HS2 Ltd, einen neuen detaillierten Plan für die verbleibenden Arbeiten. Der Rechnungshof erklärte, dass ein „überlegter Ansatz“ bei der Neuausrichtung von HS2 verfolgt wurde, jedoch betonte, dass noch erhebliche Arbeiten vor dem Abschluss des Projekts lagen. Es war entscheidend, dass die beteiligten Stellen die Pläne sorgfältig prüften und erst dann die Umsetzung erlaubten, wenn sie überzeugt waren, dass alle Voraussetzungen für die erfolgreiche Erfüllung gegeben waren.
Das DfT und HS2 Ltd zielten darauf ab, die Neuausrichtung bis zum Frühjahr 2027 abzuschließen. Der Bericht hob hervor, dass die Kostensteigerungen größtenteils durch eine Unterschätzung der Kosten, ineffiziente Abwicklung und Änderungen des Umfangs verursacht wurden. Die ursprüngliche Schätzung der Kosten für den Bau von London bis Birmingham sowie die aufgegebenen Strecken nach Leeds und Manchester belief sich auf 32,7 Milliarden Pfund zu den Preisen von 2011. Die jüngste Kostenschätzung überschritt diese Zahl ungefähr doppelt.
Gareth Davies, Leiter des NAO, erklärte, dass die Festlegung einer vollständig robusten Schätzung für Kosten und Zeitpläne sowie die Durchführung der kommerziellen Verhandlungen notwendig seien, bevor die Neuausrichtung abgeschlossen werden konnte. Die Verantwortlichen versicherten, dass die Neuausrichtung dazu diente, die Kontrolle über das Projekt zurückzugewinnen und den Kreislauf schlechter Abwicklung und Kostensteigerungen zu durchbrechen. Die Umstrukturierung ermöglichte eine schnellere und effizientere Bauausführung auf der Baustelle.