Mindestens achtzehn Menschen starben bei dem Versuch, die spanische Enklave Ceuta aus Marokko zu erreichen. Nach dem Durchbruch von rund 49.000 Migranten über die Grenze strömten diese in das kleine Territorium. Spanien sandte am Donnerstag militärische und polizeiliche Verstärkungen nach Ceuta, als Menschen sowohl über Land als auch über Wasser die Grenze überschritten. Der Premierminister Pedro Sánchez erwartete, am Freitagmorgen eine Besichtigung der Stadt zu Ceuta zu absolvieren.
Rachid Sbihi, der eine lokale Arbeiterassociation vertrat, welche die Offiziere der Garde repräsentierte, beschrieb die Situation als eine „ernsthafte humanitäre Krise“. Er erklärte, dass Menschen weiterhin in die Stadt gelangten und die eingetroffenen Verstärkungen lediglich den Verletzten und humanitären Hilfsmaßnahmen halfen. Ohne Unterkunft lagen Tausende von Menschen, darunter unbegleitete Kinder, in Parks und auf Gehwegen. Andere streiften die Straßen ziellos umher, so Sbihi. Die Lage erwies sich als chaotisch.
Unter den achtzehn Verstorbenen ertranken viele, doch einige wurden bei dem Versuch, den Durchbruchzaun am Strand von Tarajal zu überwinden, durch eine Menschenmenge getötet. Videoaufnahmen vom Donnerstag zeigten Menschenmengen, die um die Brückenpfeiler am Strand von Tarajal und auf die lokalen Straßen gingen. Obwohl die Mehrheit junge Männer zu sein schien, befanden sich auch Familien mit Frauen und kleinen Kindern unter ihnen.
Die genauen Beweggründe für die zahlreichen Versuche, nach Ceuta zu gelangen, blieben unklar. Ceuta und Melilla, eine weitere autonome spanische Stadt im Norden Marokkos, besaßen die einzige Landgrenze mit Afrika. Beide Städte erlebten regelmäßig Anstiege bei den Migrationsversuchen von Menschen, die nach Europa gelangen wollten. Weitere Details würden in Kürze bekannt gegeben.