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Hurrikan Polo intensivierte sich zu Kategorie 5 und drohte in Mexiko

El Niño-Phänomen lieferte den Sturm extremen Energiezufluss und warnte vor Überschwemmungen

Der Hurrikan Polo intensivierte sich schnell vor der Küste Mexikos zu einem seltenen Sturm der Kategorie 5 im Pazifik. Ein Flugzeug der Hurricane Hunter, betrieben von der Nationalen Behörde für Ozean und Atmosphäre, flog am Dienstag in den Sturm und zeichnete Windgeschwindigkeiten von nahezu 180 Meilen pro Stunde (285 Kilometer pro Stunde) sowie stärkere Böen auf. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte, dass die Intensivierung des Sturms innerhalb von 24 Stunden „wirklich bemerkenswert“ gewesen sei. Der Sturm zielte auf die südwestliche Küste Mexikos, doch es wurde erwartet, dass er nicht direkt Land traf.

Die Intensivierung des Sturms resultierte aus dem Anwachsen auf extrem warmen Gewässern, welche durch das El Niño-Klima-Phänomen verursacht wurden. Der Sturm stellte den dritten Kategorie-5-Sturm der Saison dar, die höchste Stufe der Saffir-Simpson-Skala. Während der Sturm langsam nach Nordwesten driftete, versprach er, in Teilen der südwestlichen Küste Mexikos sintflutartige Regenfälle zu bringen. Die Behörden prognostizierten Niederschlagsmengen von bis zu 6 Zoll (15 Zentimeter), wobei in einigen Gebieten bis zu 8 Zoll möglich waren. Zudem warnte man die Bevölkerung vor großen Meereswellen und lebensbedrohlichen Surfkonditionen für die folgenden Tage.

Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte, dass der Sturm keinen direkten Landfall aufwies, warnte jedoch die Bewohner entlang der Pazifikküste vor erhöhter Wachsamkeit. Sieinbaum hob die Bundesstaaten Jalisco, Colima und Michoacán als besonders gefährdet hervor. Daten des Hurricane Hunter-Flugzeugs zeigten, dass der Sturm noch weiter gestärkt werden konnte und wahrscheinlich für die kommenden Tage die Kategorie 5 beibehielt, bedingt durch die „sehr günstige“ Umgebung extrem warmer Ozeanwässer, welche den Sturm speisten. Wissenschaftler, die die Meerestemperaturen überwachten, stellten fest, dass das aktuelle El Niño-Phänomen das stärkste auf bisherigen Aufzeichnungen war. Die täglichen Oberflächentemperaturen in einer Schlüsselregion des zentral-östlichen Pazifiks lagen 3,05 Grad Celsius über dem Durchschnitt am 19. September und übertrafen damit den früheren Rekord von 3,02 Grad Celsius, der während des starken El Niño von 2015 gesetzt worden war.

Obwohl längerfristige El Niño-Messungen noch keine Rekordwerte erreichten, erwartete man eine Veränderung, da der Höhepunkt des Phänomens erst später in diesem Jahr eintreten würde. Wärmere Ozeanwässer ermöglichten es Stürmen, mehr Energie aufzunehmen und dadurch höhere Windgeschwindigkeiten zu entwickeln. Das El Niño ist ein natürlich auftretendes Muster, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt und etwa ein Jahr andauert. Diese Muster beeinflussten die Passatwinde, die normalerweise von Ost nach West über den Pazifik wehen, und erlaubten es warmem Wasser, nach Osten zu wandern. Diese Wärme wurde dann in die Atmosphäre freigesetzt, was globale Temperaturen erhöhte und Veränderungen in den Wettermustern weltweit auslöste.

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