Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) forderte ihre Beamten auf, bei Verkehrskontrollen Kameras zu tragen. Tom Homan, der als Grenz-Chef der Trump-Administration fungierte, verkündete diese Maßnahme am Sonntag. Diese Forderung erfolgte inmitten einer erneuten öffentlichen Prüfung der Behörde, nachdem ICE-Beamte in jüngster Zeit zwei Männer tödlich erschossen hatten.
Die Forderung nach Kameras resultierte aus der Kritik an der mangelnden Transparenz bei den Vorfällen. Vor Kurzem erschossen ICE-Beamte in Texas und Maine zwei Männer während Verkehrskontrollen. Bei diesen Vorfällen existierte keine Aufzeichnung durch die Beamten. Homan erklärte, dass Kameras die Beamten exonerierten, anstatt sie zu verurteilen, und er forderte diese zur Wahrung der öffentlichen Sichtbarkeit. Er betonte, dass die Bevölkerung sehen müsse, was die Beamten bei ihren Handlungen beobachteten.
Die jüngsten Vorfälle verstärkten die öffentliche Aufmerksamkeit. Ein ICE-Beamter erschoss am 13. Juli Joan Sebastián Durán Guerrero, einen Fahrer aus Kolumbien, in Biddeford, Maine. Sechs Tage zuvor erschoss ein anderer Beamter in Houston Lorenzo Salgado Araujo, einen mexikanischen Staatsbürger. Salgado war nicht die angestrebte Zielperson der Operation, sondern fuhr seine Bauarbeiter zu einer Baustelle. Die Behörde gab an, die Beamten hätten sich wegen ihrer Sicherheit fürchtet.
Aktivisten für Migrantenrechte argumentierten, dass Durán berechtigt war, in den Vereinigten Staaten zu arbeiten und eine Sozialversicherungsnummer besaß. Die wiederholten Schießereien lösten Proteste in Maine, Houston und Boston aus und stellten die mangelnde Ausstattung der ICE-Beamten in Frage. Die Behörde hatte zuvor angekündigt, Verfahren zur Überprüfung von Abläufen auszusetzen, was Donald Trump jedoch innerhalb von zwanzig Stunden wieder rückgängig machte.
Die Behörde hatte zwar ein Pilotprogramm für Kameras gestartet, doch die Trump-Administration versuchte, dieses Programm im vergangenen Jahr zu verlangsamen und die Finanzierung durch Kongressgesetze zu kürzen. Erst nach dem Tod von zwei US-Bürgern bei einer Abschreckungsaktion in Minnesota erklärte die damalige Leiterin des Innenministeriums, Kristi Noem, die Einführung des Kamerasystems für ICE-Beamte landesweit, sofern die Mittel verfügbar seien. Die jüngsten Ereignisse stellten die Verpflichtung zur Einhaltung dieser Versprechen erneut in den Fokus.