Das US-Migrations- und Zollfahndungsamt (ICE) plante, seine Beamten mit Handschuhen auszustatten, die elektrische Schocks abgeben konnten. Diese Geräte sollten bei der Durchsetzung ihrer Gesetzesaufgaben eingesetzt werden. Laut einer Mitteilung des Department of Homeland Security (DHS) plante das Amt bis zu zwanzig Millionen Dollar für den Erwerb der „Generated Low Output Voltage Emitter“ (GLOVE)-Geräte auszugeben.
Die Handschuhe versprachen, bis zu dreihundertachtzig Volt Elektrizität abzugeben, was ungefähr das Dreifache der Ladung einer Standard-US-Steckdose entsprach. Diese Technologie diente der Schmerzabwehr, um Personen zur Kooperation zu bewegen. Die Geräte konnten bis zu dreißig Impulse pro Sekunde abgeben und verfügten über eingebaute Mikroprozessoren zur Protokollierung der Aktivierung.
Die Herstellerfirma Compliant Technologies LLC erklärte, sie könne keine Stellungnahme zur Verkaufsfrage abgeben. Das DHS teilte mit, dass ein Ausschreibungsverfahren für den Kauf der Geräte frühestens am Freitag veröffentlicht worden sei. Die Geräte ließen sich durch Drücken eines Knopfes aktivieren und lieferten den Schlag nur bei Kontakt mit der Haut. Sie dienten somit dazu, eine Person zu zwingen, sich zu beugen, indem sie Schmerz einbrachten.
Ein Administrator aus einem Gefängnis in Tennessee erklärte, dass die Schocks nur dann abgegeben werden konnten, wenn die Beamten die Haut berührten und anschließend eine Stelle, an der die Haut freigelegt war, ansetzten. Dies ermöglichte eine sofortige Kooperation. Die Hersteller wiesen jedoch auf Sicherheitsvorkehrungen hin: Der Gebrauch sollte vorrangig nicht bei älteren Menschen, kleinen Kindern, schwangeren Frauen oder stark beeinträchtigten Personen erfolgen. Zudem wurde die Anwesenheit eines weiteren Beamten zur Kontrolle des Subjekts empfohlen.
Bürgerrechtsgruppen, darunter die American Civil Liberties Union (ACLU), äußerten erhebliche Besorgnis über den Einsatz solcher Mittel durch die Strafverfolgungsbehörden. Sie kritisierten, dass der Einsatz von Gewalt zu weitreichenden und teilweise tödlichen Konsequenzen für Bürger und Nichtbürger führte. Die Organisation betonte, dass die Ausstattung der Beamten mit einem solchen Gerät eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellte und die Rechenschaftspflicht untergrub.
Das ICE sah sich bereits vor früheren Vorfällen der Strafverfolgung und der Migrationsdurchsetzung mit Kritik konfrontiert. Letztlich befürchteten Kritiker, dass die Ausstattung der Beamten mit einem verborgenen Mittel zur Abgabe von Schmerz eine Gefahr für die Gesellschaft darstellte und die Verantwortlichkeit verringerte.