Die Immobilienpreise in den australischen Großstädten sanken, doch sie blieben immer noch fast doppelt so hoch wie vor einem Jahrzehnt. Große Banken prognostizierten einen Rückgang der Preise zwischen zwei und drei Prozent bis zum Jahresende. Trotz dieser erwarteten Senkungen konnte die Entwicklung der Wohnkosten die Erwerbsfähigkeit der Bevölkerung kaum verbessern.
Monatliche Daten zeigten, dass der Medianpreis für eine Immobilie in Australien im März bei 944.000 Dollar ihren Höchststand erreichte. Bis Ende Juni sank dieser Wert um 0,7 Prozent auf 937.000 Dollar. Dennoch stieg der Medianpreis über die letzten zehn Jahre um mehr als 400.000 Dollar. Dies verdeutlichte, dass die Preisentwicklung über ein Jahrzehnt hinweg kaum eine signifikante Entlastung für die Wohnsituation darstellte.
Man konnte die Entwicklung der Immobilienpreise auch über die Perspektive der Finanzierung betrachten. Im Jahr 2016 entsprach der durchschnittliche Wohneigentumspreis in Australien 13 Jahre und vier Monate des verfügbaren Einkommens einer typischen Haushaltseinheit, wie ein Kolumnist des Guardian Australia berechnete. Bis zum März dieses Jahres stieg dieser Wert auf über 17 Jahre. Selbst bei einem Rückgang von zehn Prozent vom Höchststand des März kostete die Medianimmobilie mehr als fünfzehn Jahre des verfügbaren Einkommens.
Diese Zahlen belegten, dass die Preisentwicklung zwar eine gewisse Korrektur erfuhr, die Wohnkosten jedoch weiterhin eine erhebliche Belastung darstellten. Die anhaltend hohe finanzielle Last zeigte, dass die Wohnsituation in Australien trotz sinkender Preise weiterhin eine große Herausforderung blieb.