Die Verkaufsraten in den australischen Metropolen fielen auf ein Sechsjahresminimum. Weniger als die Hälfte der Häuser, die zur Auktion gestellt wurden, fand Käufer. Vorläufige Daten von Cotality zeigten, dass 47,4 Prozent der Häuser, die in der Woche endend am 21. Juni zur Versteigerung kamen, verkauft wurden. Diese Zahlen zeigten eine deutliche Abschwächung der Verkaufsdynamik. In Sydney betrug die Verkaufsrate 47,4 Prozent, während Melbourne 50,6 Prozent der Häuser unter dem Hammer verkauft wurden. Brisbane erzielte nur 33,3 Prozent der Käufer, und Perth sowie Adelaide verzeichneten jeweils 40 Prozent. Canberra meldete eine Rate von 47,1 Prozent. Diese niedrigen Raten waren das letzte Mal, als sie im April 2020, zu Beginn der Covid-Pandemie, beobachtet wurden.
Die Immobilienfirma Cotality erwartete eine weitere Entspannung der Verkaufsvolumina. Die Wirtschaftsexpertin Annabelle Mezieres erklärte, dass die Ausschreibungsvolumina in den kommenden Wochen weiter nachlassen würden. Dies resultierte teilweise aus einem saisonalen Trend, aber auch aus schwächeren Verkaufsbedingungen. Fast vierundzwanzig Prozent der geplanten Auktionen wurden zurückgezogen, und fast die Hälfte, 48 Prozent, verkaufte sich vor dem eigentlichen Versteigerungsvorgang. Diese Entwicklung signalisierte eine deutliche Verlangsamung des Marktes.
Diese Entwicklungen erfolgten weniger als eine Woche nach der Entscheidung der Reserve Bank, die Zinssätze bei 4,35 Prozent zu halten. Diese Entscheidung führte zwar zu Erleichterungen, bedeutete jedoch, dass viele Kreditnehmer mit deutlich höheren Rückzahlungen konfrontiert waren als früher im Jahr. Die Zentralbank hatte bereits drei Zinserhöhungen vereinbart, und die Gouverneurin Michele Bullock behielt die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung offen, da die Preise noch zu schnell stiegen.
Im Parlament stand der Wohnungsmarkt im Mittelpunkt der Debatten. Abgeordnete diskutierten die Überarbeitung der Kapitalertragsteuerermäßigung und der negativen Finanzierung, wie sie im Bundeshaushalt von Mai vorgeschlagen wurden. Jane Hume, stellvertretende Liberale Vorsitzende, kritisierte die Pläne der Arbeiterpartei, die negative Finanzierung zurückzuziehen und die Steuerermäßigung zu begrenzen, als „völlig ungerecht“. Sie beschuldigte die Regierungspolitiker, die negative Finanzierung genutzt hätten, um ihren eigenen Reichtum zu erhöhen.
Der Senator der Grünen, David Shoebridge, beurteilte die Ergebnisse der Versteigerungen als Zeichen dafür, dass der Markt „gebrochen“ sei. Er argumentierte, dass niemand kaufte, weil die grundlegenden Dynamiken nicht behoben wurden, unabhängig davon, welche Maßnahmen die Arbeiterpartei ergriff. Die Verkaufszahlen zeigten, dass die fundamentalen Bedingungen für die Erschaffung von Wohnraum in diesem Land nicht verbessert wurden.