Die Verkaufsgeschwindigkeit von Wohneigentum in Großbritannien verlangsamte sich. Ein Bericht zeigte, dass die Verkaufsdauer in vielen Regionen länger wurde, bedingt durch die Volatilität auf dem Hypothekermarkt. Die unsicheren Bedingungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten veranstanden Käufer dazu, abzuwarten, ob sie bessere Konditionen erzielen konnten.
Die Plattform Zoopla berichtete, dass in 180 von 363 lokalen Behörden in England, Schottland und Wales die Verkaufszeiten für Immobilien im Vergleich zum Vorjahr länger waren. Obwohl der nationale Durchschnitt der Verkaufszeit für ein Haus unverändert bei 42 Tagen blieb, entstand eine deutliche regionale Kluft. In Immobilienhotspots rüsteten Käufer ihre Geschäfte schnell ab, während Unsicherheit bezüglich der Kreditkosten eine vorsichtigere Haltung in anderen Gebieten hervorrief.
Die schnellsten Verkaufsmärkte befanden sich alle in Schottland, wobei Falkirk mit nur elf Tagen die niedrigste Durchschnittszeit aufwies. Carlisle und Barnsley in England folgten mit jeweils 23 Tagen. Acht lokale Behörden verzeichneten eine Verkaufszeit von zwei Monaten oder mehr, darunter Melton in den East Midlands mit 76 Tagen sowie Westminster in London und Teignbridge im Südwesten.
Der Konflikt im Nahen Osten beeinflusste die Finanzmärkte und damit die Preisgestaltung von Wohnkrediten. Viele Kreditgeber zogen Geschäfte im März zurück, und die Kosten für typische Hypothekendarlehen stiegen an, da Befürchtungen aufkamen, dass der Konflikt globale Inflationsdrücke neu entfachte und die Bank of England zu Zinserhöhungen zwang.
Die jüngsten Daten des Finanzdatenanbieters Moneyfacts zeigten, dass der Zinssatz für eine durchschnittliche zweijährige Festzins-Immobilienhypothek am Montag bei 5,61 Prozent lag. Dieser Satz stieg signifikant gegenüber den 4,83 Prozent vor dem Ausbruch des Konflikts Ende Februar. Die Unsicherheit blieb jedoch bestehen, was die Zinssetzer an Threadneedle Street vor eine Herausforderung stellte.
Offizielle Zahlen, die diese Woche erwartet wurden, zeigten, dass steigende Energiekosten die britische Inflation von 2,6 Prozent im Juni auf 2,9 Prozent im Juli trieben und die Erwartungen der Finanzwelt an eine Erhöhung der Leitzinsen durch die Zentralbank erhöhten. Gleichzeitig deuteten separate Zahlen vom Dienstag auf eine Verlangsamung des Arbeitsmarktes hin, was die Bank dazu veranlasste, eine Reaktion zu verzögern. Die Finanzmärkte erwarteten zwei Viertelpunkt-Anhebungen des Leitzinses von der aktuellen Rate von 3,75 Prozent bis Ende des nächsten Jahres.