Die Empörung in Indien wuchs weiter über den Tod von drei indischen Seeleuten, die bei Angriffen der Vereinigten Staaten auf Öltransporter im Hormus-Strait starben. Diese Todesfälle belasteten die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zusätzlich, als ihre Führer diese Woche auf dem G7-Gipfel in Frankreich zusammenkamen.
Die Todesfälle stellten den ersten Vorfall dar, seit die US-Streitkräfte im April die Blockade des Straits in Angriff nahmen, um die iranische Wirtschaft zu schwächen und eine Friedenslösung zu erzwingen. Die Reaktion der US-Regierung auf den Verlust der Seeleute löste jedoch große Besorgnis in Delhi aus. Die Schlagzeilen über das Wochenende verkündeten lediglich: „Keine Entschuldigung von Washington“.
Die anfängliche Erklärung der US-Regierung erwähnte die Todesfälle nicht. Stattdessen bestätigte sie lediglich, dass ihre Streitkräfte einen Angriff auf ein Schiff im Strait durchführten, welches angeblich gegen Sanktionen verstieß und „nicht kooperativ“ war. Die indische Regierung verurteilte die Angriffe zunächst mit „starker Protest“ und rief einen hochrangigen US-Diplomaten zur Stellungnahme auf.
Als der Druck auf Delhi jedoch zunahm, sprach der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar direkt mit dem US-Staatssekretär Marco Rubio. Er sandte ein Signal, dass Indien die Angelegenheit nicht einfach hinnehmen würde. Jaishankar erklärte: „Solche tödlichen Handlungen gegen den kommerziellen Schiffsverkehr waren nicht gerechtfertigt“.
Rubio zeigte sich jedoch unberührt und verteidigte die Rechtfertigung der Vereinigten Staaten, ohne jegliches Beileid auszusprechen. Das Außenministerium betonte, dass „Verstöße gegen die US-Blockade und den illegalen Transport iranischen Öls nicht toleriert würden“. Dieser knappe Austausch erhöhte den Druck auf die Beziehungen zwischen Delhi und Washington, welche in jüngster Zeit aufgrund wirtschaftlicher und politischer Spannungen zunehmend komplexer und angespannter wurden.
Präsident Modi flog bereits nach Frankreich zum G7-Gipfel, wo er voraussichtlich auf der Seite des US-Präsidenten Donald Trump treffen würde. Viele erwarteten, dass der Tod indischer Bürger in dieser Diskussion eine prominente Rolle spielte. Zu Hause stieg der politische Druck auf Modi, seine Einwände öffentlich zu äußern. Die Familien der drei Toten forderten Antworten darüber, wie die Männer zum Kollateralschaden im Konflikt geworden waren, und verlangten die Rückführung ihrer Überreste.
Rahul Gandhi, Oppositionsführer, beschuldigte den Premierminister, über den Tod unschuldiger indischer Bürger „stumm“ geblieben und der US-Regierung gehorcht zu haben. Er bekräftigte: „Ausländische Mächte töten unsere Bürger. Unsere Regierung gehorcht still Befehlen wie ein gehorsamer Diener und unsere Bürger wurden im Stich gelassen“.
Analysten kritisierten Rubios Reaktion scharf. Shashi Tharoor, Abgeordneter und Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Außenpolitik, bezeichnete Rubios Stellungnahme als „zutiefst schockierend“ und fragte: „Wie kann ein ‚Freund‘ und strategischer Partner so tief unempfindlich sein? Sind alle Schiffe, die diese entscheidenden Gewässer durchqueren, nun Ziel von US-Raketen?“ Derek J. Grossman, ein US-Außenpolitik-Analytiker, beurteilte Rubios Worte als „tonblind“ und befürchtete, dass sie die Anti-US-Stimmung weiter entfachten. Er merkte an: „Rubios Worte waren sehr unpassend und würden die Anti-US-Stimmung weiter anheizen. Er äußerte nicht einmal Beileid für den Verlust von Leben Indiens.“