Ein indischer Staatsbürger, der das Vereinigte Königreich als Pflegearbeiter durch das nach dem Brexit eingeführte Visasystem aufsuchte, erhielt eine Entschädigung von fast 30.000 Pfund. Dies geschah in einem wegweisenden Rechtsstreit, weil sein Arbeitgeber ihm über einen Zeitraum von einem Jahr keine einzige Arbeitsstelle zur Verfügung stellte.
Ein Arbeitsgericht befahl der Pflegegesellschaft Swan Care Solutions Ltd, den indischen Mitarbeiter Shabin Shaji für die Arbeit zu entschädigen, die er „bereit, fähig und willig“ verrichtet hatte. Shaji emigrierte aus Kerala nach Stafford, England, um diese Stelle anzunehmen, und absolvierte 2023 Online-Schulungen. Er suchte vor seiner Ankunft in Großbritannien Rat bei einem YouTube-Influencer und bezahlte Agenten 17.000 Pfund, bevor er für eine Stelle bei Swan Care Solutions interviewt wurde.
Shaji erhielt anschließend eine Sponsoring-Bescheinigung, welche ihm das Recht gab, mit Swan Care Solutions als seinem vom Home Office genehmigten Sponsor zu leben und zu arbeiten. Dennoch geriet der Informatik-Absolvent, der zuvor im Gesundheitswesen in Indien tätig gewesen war, in Verzweiflung, da sein Arbeitgeber ihm trotz wiederholter Bitten keine Schichten gewährte.
Die Sponsoring-Visumierung verhinderte ihn, für mehr als zwanzig Stunden pro Woche für andere Arbeit zu arbeiten. Er gelang es schließlich im April 2024, eine Sponsoring-Zusage von einem anderen Arbeitgeber zu erhalten, doch er kehrte später aufgrund gesundheitlicher Probleme nach Indien zurück.
Die 33-jährige Person forderte ihre Vergütung mithilfe der gemeinnützigen Organisation Work Rights Centre. Diese Organisation berichtete, dass Tausende von Menschen Geld an Vermittler bezahlten, nur um in Großbritannien „verloren“ zu werden. Die Chefin der Organisation betonte, dass sie Fälle gesehen hatte, in denen Migrantenpflegearbeiter einen Traum in Großbritannien verkauften und dadurch ihre Karrieren und Familien zurückließen, nur um Verwahrlosung und Verlassenheit durch ihren Arbeitgeber und den Staat zu erfahren.
Das Gericht stellte fest, dass die Firma Swan Care Solutions Shaji angewiesen hatte, Bargeschäfte zu tätigen und eine Lebensmittelbank zu nutzen, als er Schwierigkeiten bekämpfte, und ihm versprach, sich bei seiner „Wende“ zu melden. Ein Urteil befand, dass der Arbeitgeber Shaji als „Nullstunden-Arbeiter“ behandelt hatte, obwohl dieser nicht in dieser Kategorie fiele, und dass er Arbeitszeit zurückhielt, was eine unautorisierte Abzüge aus seinem Lohn darstellte.
Das Gericht erklärte zudem, dass die Lizenz von Swan Care Solutions zur Ausstellung von Sponsoring-Bescheinigungen im Jahr 2024 letztendlich widerrufen wurde, teilweise weil die Firma Arbeitskräfte nicht dann entlohnte, bis die Schulungen abgeschlossen waren. Die Entscheidung unterstrich die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des Fachkräftevisums, um den Wechsel des Arbeitgebers zu erleichtern, wenn Rechte oder Verträge verletzt wurden.