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Sport

Infantino behält den Vorsitz trotz Kritik von UEFA

Interne Unterstützung stärkt den Präsidenten angesichts von Governance-Debatten

Gianni Infantino entschuldigte sich für Fehler in seinen kontroversen Plänen, Anteile an Wettbewerben an private Investoren zu veräußern. Dennoch behielt er seinen Posten als Präsident der Fifa bei, nachdem er in einem Treffen in Marokko die Unterstützung der leitenden Führungskräfte erhielt. Nach der Zusammenkunft rief Infantino Mitglieder des Verwaltungsrates in die Fifa-Büro in Rabat, als Kritik an seinen abgebrochenen Vorschlägen zunahm. Die Weltfußball-Regulierungsbehörde UEFA äußerte jedoch am Wochenende ihren Verlust des Vertrauens in Infantino und bezeichnete den Vorschlag der Fifa Forward Enterprise als „minderwertiges, hinter den Kulissen verhandeltes Arrangement“.

Innerhalb der Fifa kam es zu erheblicher Kritik, darunter von Mattias Grafstrom, dem Generalsekretär, der an der Zusammenkunft teilnahm. In einem internen Memorandum, das der Fifa-Mitarbeitern am Dienstag zugesandt wurde, beschrieb Grafstrom die Situation als „eine traurige und bedauerliche Abfolge von Ereignissen“. Dennoch bekräftigten Grafstrom und der Verwaltungsrat in einer Stellungnahme nach dem Treffen ihre volle Unterstützung für Infantino als Präsident. Infantino und Grafstrom übermittelten zudem einen unterschriebenen Brief an die Vizepräsidenten, den Rat und die 211 Mitgliedsverbände der Fifa, in dem sie sich für ihre Fehler aufrichtig entschuldigten und versprachen, dass solche Fehler nicht wieder vorkommen sollten.

Infantino hatte den Verbänden ein Angebot von 40 Millionen Dollar gemacht, falls diese einen Vorschlag für private Investitionen in die Turniere, einschliesslich der Weltmeisterschaften, über eine neue Tochtergesellschaft, die Fifa Forward Enterprise, unterstützten. Die Fifa räumte ein, dass Fehler bezüglich der FFE anerkannt wurden und dass es nicht die Absicht des Rates oder der Mitgliedsverbände gewesen sei, von diesem Prozess ausgeschlossen zu werden. Die Organisation erklärte ferner, dass sie jegliche Angriffe auf ihre Integrität, die gute Unternehmensführung und das ordnungsgemäße Verfahren nicht länger dulden würde und alle notwendigen Massnahmen ergreifen würde, um ihren Namen und ihren Ruf zu schützen.

Die UEFA äußerte ihre Unzufriedenheit mit Infantinos Führung und drohte mit rechtlichen Schritten gegen die Fifa. Während die asiatische Konföderation den Plan ablehnte, äußerte die UEFA keinen umfassenden Standpunkt seit Infantinos Abbruch des Vorschlags. Nur Jordanien, eine der wenigen Mitgliedsverbände, die öffentlich für Infantinos Wiederwahl sprachen, hatte eine Unterstützungserklärung abgegeben. Die UEFA musste nun Wege finden, Länder wie Ägypten, Marokko und die Philippinen zu überzeugen, dass ein anderer Kandidat ähnliche finanzielle Programme mit grösserer Transparenz und Reform anbieten könne.

Infantino hatte in jüngster Zeit zahlreiche Kontroversen überstanden, von den Gastgewinnungsrechten für die Weltmeisterschaft 2034 bis hin zu Debatten über die Veräußerung von kommerziellen Rechten. Diese jüngste Versuche, einen Teil der kommerziellen und Ticketrechte der Fifa-Wettbewerbe zu verkaufen, galten für viele als zu weit gegangen. Infantino nutzte seine Beziehungen zu den inneren Kreisen der Fifa, um diese Schwierigkeiten zu überwinden. Es war wahrscheinlich, dass er zusätzliche Kontrollmechanismen einführte, um zukünftige Pläne zu verhindern, oder dass er einen Weg für Reformen aufzeigte, um das Vertrauen der Organisation wiederherzustellen.

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