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Infantino unter Druck: Die Zukunft der FIFA in Frage gestellt

UEFA zieht die Trumpfkarte; mehrere Verbände fordern eine Überprüfung der Führung

Eine intensive 24-Stunden-Periode entfaltete sich in der Welt des Fußballs. Gianni Infantino, Präsident der FIFA, befand sich in einer immensen Position, die nun durch Versuche, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu verkaufen, ernsthaft bedroht war. Die Gefahr einer Entlassung des Präsidenten nahm signifikant zu, als UEFA ihre schärfste Kritik äußerte und die Möglichkeit einer Entfernung Infantinos aus der Führungsposition sah.

Die Herausforderung kam nicht nur von der UEFA, Infantinos schärfster Kritikerin. Diese Organisation nutzte ihre Macht, indem sie mit der Drohung eines Boykotts aller FIFA-Wettbewerbe, einschliesslich der Weltmeisterschaft, ihre Karte spielte. Gleichzeitig forderte Concacaf, die Konföderation, mit der Infantino die Organisation der Weltmeisterschaft 2026 koordinierte, eine umfassende Überprüfung der FIFA-Führung im Lichte seiner Pläne. Noch gravierender war die Abkehr loyaler Länder innerhalb der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC), die Infantino ebenfalls gemieden. Zudem verließen zwei seiner engsten Verbündeten, der leitende Berater Carlos Cordeiro und der Chefbetriebsleiter Kevin Lamour, ihn. Nach Infantinos Rückzug in den frühen Morgenstunden des Samstags lieferte die UEFA eine weitere verheerende Äußerung und erklärte, sie habe Vertrauen in ihn verloren.

Die Wege zur Veränderung der Situation waren vielfältig. Der schnellste Weg für Infantinos Ausscheiden lag in der Resignation des Schweizer Präsidenten, wie es Sepp Blatter 2015 tat. Infantino behielt jedoch Unterstützung und konnte bis März, seinen Wahltermin für eine vierte und letzte Amtszeit, bestehen. Weitere Möglichkeiten umfassten eine Notfallversammlung des FIFA-Rates, die durch die Forderung von neun Mitgliedern ausgelöst werden konnte. Sollten diese neun Stimmen die erforderlichen neunzehn Stimmen erreichen, konnte der FIFA-Rat Infantino zur Abgabe seiner Resignation auffordern. Alternativ konnte eine außerordentliche Kongressversammlung der 211 Mitgliedsverbände ausgelöst werden, wenn ein Fünftel, also vierunddreißig Verbände, schriftlich eine solche Forderung stellten. Dies erforderte zwar mindestens zwei bis drei Monate, doch eine Garantie für Erfolg bestand nicht.

Die entscheidende Hürde lag in der Erreichung der notwendigen Mehrheit. Für eine Misstrauensabstimmung bedurften hundertsechs Stimmen. Obwohl 136 Länder offiziell den Investitionsplan ablehnten, unterstützten Länder wie Katar ihn öffentlich, und Mexiko distanzierte sich von der gemeinsamen Erklärung der Concacaf. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für die bevorstehende Wahl im März blieb eine offene Frage.

Als potenzieller Nachfolger stellte sich der Präsident der Concacaf, Victor Montagliani, als wahrscheinlichste Option dar. Er hatte ebenfalls eine Reformagenda angekündigt und besaß die notwendige sprachliche Kompetenz. Eine weitere Option war Sheikh Salman bin Ebrahim Al Khalifa, der Präsident der AFC, welcher die brutale Kritik an der FIFA-Führung durch Infantino unterstützt hatte. Nasser Al-Khelaifi, Präsident von Paris Saint-Germain und Vorsitzender der europäischen Fußballclubs, galt als weniger wahrscheinlich, da er das Amt nicht anstrebte. Infantino versuchte jedoch, die Situation durch die Einbindung aller Interessengruppen zu entschärfen. Unterstützungen aus Katar sowie die Unterstützung von Marokko und Ägypten halfen ihm, die Aussicht auf eine Misstrauensabstimmung zu mindern. Die Frage blieb, ob die Kritik von den Verbänden weltweit fortgesetzt werden konnte, oder ob die Distanzierung wichtiger Sponsoren die Situation weiter verschärfte.

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