Die Premierministerin Jacinta Allan erklärte, dass Inflationsdruck bei den Projekten des Big Build keine Korruption darstellte. Sie wies auf die Forderungen der Construction, Forestry and Maritime Employees Union (CFMEU) hin, deren Lohnforderungen die Arbeitskosten auf dem Metro-Tunnel erhöhten. Allan argumentierte, dass die höheren Löhne der Gewerkschaftsmitglieder eine notwendige Kostenkomponente seien, um die Durchführung der Projekte zu gewährleisten. Sie betonte, dass faire Löhne für Gewerkschaftsarbeiter Teil des Inflationsdrucks seien und nicht auf Korruption hindeuteten.
Eine Untersuchung von Zeitungen und 60 Minutes enthüllte jedoch, dass Gelder aus den Infrastrukturprojekten des Big Build weiterhin an kriminelle Figuren flossen. Die Regierung hatte versuchte, die Korruption zu beseitigen, doch die Geldströme blieben bestehen. Ein Konsortiumsbericht, der in der Untersuchung zitiert wurde, warnte die Regierung vor Kostenüberschreitungen von 22 Prozent über den üblichen Branchennormen in Victoria. Dieser Bericht schätzte, dass 196,4 Millionen Dollar der Lohnkosten durch die Gewerkschaftsgestützte Besetzung verursacht wurden.
Die Regierung gab an, dass sie den Forderungen der CFMEU mit Unterstützung der Labor-Regierung nachgab. Allan erklärte, sie habe den Bericht des Konsortiums nicht gelesen. Sie wies darauf hin, dass die Lohnforderungen der Gewerkschaft Mitglieder mit besseren und sichereren Bedingungen belohnten. Sie verteidigte ihre Verwaltung und behauptete, es gäbe keine Beweise für staatliche Korruption beim Big Build.
Oppositionsparteien und ehemalige Aufsichtsbeamte forderten jedoch eine Untersuchung. Jess Wilson behauptete, die Berichterstattung von Nine habe gezeigt, dass die Korruption heute noch existierte und Zahlungen an Unterweltfiguren unter der Führung von Allan erfolgten. Deborah Glass und Robert Redlich, ehemalige Aufsichtsbeamte, erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass eine königliche Kommission dringend notwendig sei. Die Opposition forderte, dass korrupte Elemente entfernt werden müssten, bevor die öffentlichen Gelder für die Projekte weiter flossen.