Die Dichterin und Essayistin Ingrid Horrocks gewann den renommierten Jann Medlicott Acorn Preis für Fiktion bei den Ockham New Zealand Buchpreisen. Sie erhielt den Preis für ihre Debüt-Kurmgeschichte-Sammlung All Her Lives. Die Verleihung fand am Mittwochabend statt und markierte einen bedeutenden Erfolg für die neuseeländische Literatur. Die Sammlung thematisierte neun Frauen über neun Lebensphasen und Generationen, die sich mit Politik, Geschlecht und Mutterschaft auseinandersetzten.
Horrocks’ Gewinn stellte die fünfte Verleihung einer Kurzgeschichte-Sammlung dar, die den Spitzenpreis gewann, seit die Preise vor achtundfünfzig Jahren begannen. Sie war zusammen mit anderen Kandidatinnen für den Preis nominiert, darunter die Debütnovelistin Laura Vincent und die preisgekrönte Autorin Catherine Chidgey. Die Autorin äußerte sich bei der Zeitung Guardian überrascht und erfreut sich über die Anerkennung. Sie hoffte, dass ihr Erfolg dazu anregte, weiterhin Fiktion zu schreiben.
Die Werke Horrocks führten die Leser durch verschiedene geografische und historische Räume. Die Geschichten bewegten sich von ländlichen Gebieten Neuseelands am Ende des Ersten Weltkriegs bis hin zur Weiberfastnacht in Berlin. Sie durchquerten Kontinente, Jahrhunderte und politische Konflikte, wobei Frauen stets im Zentrum standen. Ein besonderes Element war die Darstellung der feministischen Schriftstellerin und Philosophen Mary Wollstonecraft.
Die Jury lobte die Sammlung als „präzise, klar und unbeschwert“. Eine internationale Jurorin bemerkte, dass sie die Band All Her Lives in einer einzigen Sitzung las. Sie betonte, dass die Bandbreite der weiblichen Erfahrungen, die dargestellt wurden, Zeitlinien und sozioökonomische Hintergründe überwand. Diese Geschichten enthüllten Erzählstränge, die weit über nationale Grenzen hinausreichten.
Zusätzlich wurden in verschiedenen Kategorien für Erstwerke Preise vergeben. Die ehemalige neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern gewann den EH McCormick Preis für Sachliteratur für ihre Memoiren A Different Kind of Power. Der Hubert Church Preis für das beste Erstwerk ging an den Autor John Prins für seine Kurzgeschichte-Sammlung Pastoral Care. Darüber hinaus gewann die Poetin Nafanua Purcell Kersel den Mary and Peter Biggs Preis für Poesie mit ihrer Debüt-Sammlung Black Sugarcane.