Iran warnte, dass es auf jegliche Angriffe auf seine Infrastruktur mit einer Vergeltung reagieren würde. Der Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass die Verteidigungsdoktrin klar sei: „Auge um Auge. Jede Aggression gegen den Iran, einschliesslich unserer Infrastruktur, würde eine starke und entschlossene Reaktion erzwingen.“ Diese Drohung folgte auf die Bedrohung durch Donald Trump, eine Brücke oder ein Kraftwerk für jedes Schiff zu bombardieren, das den Hormus-Strait durchquerte.
Die iranische Staatsmedien zitierten zudem das Militär, welches erklärte, dass US-Drohungen lediglich zur Expansion des Krieges führen würden. Iran kündigte an, dass es bei tatsächlicher Umsetzung der Bedrohungen alle Ölflüsse im Golf stoppen und die Energie- sowie Wirtschaftsstrukturen der Region anzugreifen. Mohammad Bagher Ghalibaf, der Spitzenverhandler, betonte die klare Gleichung des Konflikts: „Entweder alles oder nichts! In einer Region, in der wir kein Öl exportieren, kann niemand es tun. Wenn unsere Sicherheit nicht gewährleistet ist, sind keine Infrastrukturen sicher.“ Er mahnte, dass der Hormus-Strait seine Vorkriegsbedingungen nicht wiederherstellen würde.
Parallel dazu führten die Houthi – eine von Iran unterstützte Gruppe im Jemen – eine militärische Operation gegen zwei saudische Öltanker durch. Diese Aktion provozierte die saudisch geführte Koalition, die eine entschlossene Reaktion androhte, welche die globalen Energieversorgungen jenseits des Golfs stören konnte. Die britische Maritime Handelsoperation (UKMTO) berichtete über Berichte, dass ein Tanker im Roten Meer durch eine unbekannte Munition getroffen und in Brand geraten war.
Die US-Administration schloss zudem ein nukleares Abkommen mit Saudi-Arabien ab, welches dem Königreich erlaubte, Uran für Kernreaktoren zu verarbeiten. Diese Entscheidung entfaltete Kontroversen, da der Konflikt mit dem Iran teilweise darauf abzielte, die iranische Urananreicherung zu verhindern. Experten befürchteten, dass die Überwachungsmassnahmen bei der Urananreicherung mangelhaft blieben.
Iran versuchte, Abschreckung mit Zurückhaltung zu balancieren. Tehran suchte nach einer kalibrierten Vergeltung, um die Glaubwürdigkeit zu wahren, ohne eine umfassende Eskalation der USA auszulösen. Die iranische Seite sah die Möglichkeit, die Kosten für Washington zu erhöhen, anstatt einen offenen Konflikt aufrechtzuerhalten. Die militärischen Angriffe auf US-Stützpunkte und Schiffe sowie Cyberoperationen blieben eine Option, doch grössere Angriffe auf die Energieinfrastruktur riskierten eine noch breitere US-Reaktion.