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Politik

Iran: Politische Hinrichtungen stiegen während des Krieges in die Höhe

Menschenrechtsorganisationen verurteilten die systematische Anwendung der Todesstrafe zur Unterdrückung von Dissens

Die Zahl der politischen Hinrichtungen in dem Iran stieg seit Beginn des Krieges drastisch an. Gemäß Angaben der Vereinten Nationen wurden mindestens 32 politische Gefangene hingerichtet. Dies markierte einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, wobei Amnesty International für das Jahr 2025 bereits 45 Hinrichtungen wegen politisch motivierter Vergehen verzeichnete. Die UN-Menschenrechtsstelle warnte davor, dass die Todesstrafe zunehmend zum Instrument zur Unterdrückung politischer Meinungsverschiedenheiten eingesetzt wurde.

Mehrab Abdollahzadeh, der auf Todesstrafe verurteilt war, berichtete in einer Sprachnachricht aus dem Oromiyeh-Gefängnis über die erlebte Qual. Er erklärte, dass er seit seiner Verhaftung durch Folter und Drohungen zu falschen Geständnissen gezwungen worden war. Er betonte, dass alle ihm vorgeworfenen Anschuldigungen unbegründet waren und er unschuldig sei.

Mehrab wurde 2022 während landesweiten Proteste verhaftet, die auf den Tod einer jungen Frau Mahsa Amini folgten. Er wurde mit der Beteiligung an der Tötung eines Mitglieds der Basij-Miliz beschuldigt. Nach 42 Monaten Angst und Schlaflosigkeit wurde er im laufenden Monat hingerichtet. Diese Hinrichtungen dienten dem Regime dazu, seine Autorität nach dem Imageverlust durch den Januar-Aufstand und den Krieg wiederherzustellen.

Amnesty International berichtete, dass das Regime die Todesstrafe als Werkzeug der politischen Repression nutzte, um Angst in der Bevölkerung zu säen und jeglichen Dissens zu zerschlagen. Einige der Verurteilten wurden mit Spionage für Israel oder die CIA in Verbindung gebracht, während andere mit einer exilierten Oppositionsgruppe assoziiert wurden. Die Behörden führten die Hinrichtungen in Iran durch die Hängung bei Morgengrauen durch.

Ein weiterer Fall betraf Sasan Azadvar, der wegen „Kriegserklärung gegen Gott“ verurteilt wurde. Obwohl er in Verbindung mit den Protesten von Januar stand, wurde er nicht mit einem tödlichen Vergehen angeklagt. Gleichzeitig berichteten Menschenrechtsaktivisten über beunruhigende Muster: Die Todesstrafe wurde unverhältnismäßig gegen Mitglieder der Minderheiten des Landes angewandt. Organisationen wie Hengaw äußerten große Besorgnis über die Geschwindigkeit der Verfahren und das Fehlen von Transparenz in den Gerichtsverfahren.

Mehrab Abdollahzadeh beschrieb die Qual auf der Todesstrafe. Er erklärte, dass ein Verurteilter jede Nacht und Tag befürchtete, jederzeit zur Hinrichtung gerufen zu werden. Er fand nur eine kurze Ruhe nach einer Stunde nach Mitternacht, um seine Gedanken zu beruhigen. Sein Körper wurde nach seiner Hinrichtung nicht seiner Familie zurückgegeben.

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