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Technologie

Internetzugang in Iran wiederhergestellt nach 88-tägiger Sperre

Rückkehr des Zugangs führte zu Debatten über wirtschaftliche Schäden und politische Repression

Der Zugang zum globalen Internet begann am Dienstag in Iran wiederherzustellen. Diese Wiederaufnahme beendete eine Rekordblockade von achtzigundachtägig, die dazu führte, dass Tausende von Irans ernährten Lebensunterhalt verloren und den Sicherheitsdiensten eine Deckung für eine weitreichende Unterdrückungsaktion boten. Die Wiederherstellung erfolgte trotz einer vorläufigen gerichtlichen Anordnung, welche die Autorität des Gremiums, das die Cyberspace-Verwaltung leitete, in Frage stellte.

Laut Beobachtern berichteten die Daten, dass Iran für insgesamt 2.093 Stunden vollständig von dem globalen Internet isoliert gewesen war. Dies stellte die längste Unterbrechung dar, die je für ein Land verzeichnet wurde. Iranianische Beamte deuteten die Rückkehr von Diensten wie Gmail als ersten Hinweis darauf, dass die lange geforderte Veränderung umgesetzt wurde. Die Wiederherstellung des Zugangs begann um 13 Uhr Ortszeit und umfasste den Anschluss von Nutzern über Wohnnetzwerke sowie einige Mobilfunkanbieter, wobei die Verbindung bei IranCell nur kurzzeitig erfolgte.

Analysen von US-basierten Internetanalyseunternehmen zeigten jedoch, dass der Zugang in Iran noch weniger als zehn Prozent der Vorkrisen-Niveaus erreichte. Experten bemerkten, dass die Wiederherstellung selektiv erfolgte. Ein in Exil lebender iranischer Forscher berichtete, er könne zum ersten Mal seit der Blockade mit einem Server in Iran verbunden sein, betonte jedoch, dass „sehr wenig“ wiederhergestellt worden war und Zeit bedurfte, die tatsächliche Konnektivität zu bewerten.

Der Kommunikationsminister Irans, Sattar Hashemi, lobte die Regierungsankündigung, betonte jedoch, dass die Wiederherstellung des Internets ein schrittweiser Prozess sei. Er warnte davor, dass die Fortsetzung dieser Situation neben den wirtschaftlichen Schäden auch zu einer Schwächung der Investitionen, zur Emigration von Spitzenkräften und zur Verbreitung von Kommunikationsmustern außerhalb des offiziellen Regierungsrahmens führen könne.

Die Blockade begann während der politischen und wirtschaftlichen Proteste im Januar, intensivierte sich jedoch, als die USA und Israel am 28. Februar angriffen. Die Unterdrückung des Internets diente dazu, eine systemische Repression und eine Reihe von Gerichtsverurteilungen zu verschleiern. Schätzungen ergaben, dass bis zu fünf Millionen Arbeitsplätze in Iran vom Internet abhängig waren, und die Unterdrückung verschärfte die bereits prekäre Wirtschaftskrise und die hohe Inflation. Die Verluste für Unternehmen, die auf Suchmaschinen wie Google angewiesen waren, wurden auf über sechs Millionen Dollar pro Tag geschätzt.

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Auswirkungen verlor die Bevölkerung den Zugang zu wichtigen Kommunikationsplattformen wie WhatsApp, Telegram und Instagram, was den Zugang zu 75 Prozent der Kommunikationskanäle für über zweihundertdreiundzwanzigtausend Menschen bedeutete. Obwohl Pläne wie „Internet Pro“ zur Gewährung von bezahltem Zugang erlassen wurden, blieben die Kosten für viele junge Menschen prohibitiv. Dennoch blieben virtuelle private Netzwerke und Anti-Filter-Geräte ein Mittel, um die Blockaden zu umgehen.

IranInternetCybersicherheitBlockade

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