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Wirtschaft

Iran-Konflikt bedroht globale Ernährungssicherheit durch Düngemittelmangel

Fertiliserieknappheit könnte bis zu zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche gefährden und die ärmsten Länder am härtesten treffen

Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, insbesondere die Blockade von Schifffahrtsrouten durch den Hormus-Straße, haben massive Auswirkungen auf die weltweite Lebensmittelproduktion. Experten warnen, dass die Unterbrechung der Versorgung mit Düngemitteln und deren Schlüsselkomponenten die Produktion von Lebensmitteln gefährdet. Laut dem Chef-CEO eines großen Düngemittelproduzenten wird dadurch weltweit eine Menge von bis zu zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche bedroht.

Die Situation führt zu einer signifikanten Reduzierung der verfügbaren Stickstoffdüngemittel. Es wird geschätzt, dass derzeit bis zu eine halbe Million Tonnen Stickstoffdüngemittel weltweit nicht produziert werden können. Ohne die notwendige Düngung können Ernteerträge für bestimmte Kulturen um bis zu 50 Prozent sinken, was erhebliche Ernteausfälle zur Folge hat. Diese Auswirkungen sind besonders drastisch in Regionen zu verzeichnen, in denen bereits eine Unterdüngung vorherrscht, wie beispielsweise in Teilen Subsahara-Afrikas.

Der globale Düngemittelmarkt ist stark vernetzt, und die Konsequenzen der Engpässe werden primär in Asien, Südostasien, Afrika und Lateinamerika am unmittelbarsten sichtbar. Während in einigen Regionen für die unmittelbare Aussaat noch genügend Dünger vorhanden sein mag, drohen bei einer Prolongation der Krise auch Auswirkungen auf wichtige Getreidesorten wie Reis in den kommenden Monaten. Die daraus resultierenden Ernteverluste könnten die regionale Ernährungssicherheit weiter unter Druck setzen.

Darüber hinaus verschärfen die gestiegenen Kosten für landwirtschaftliche Inputs die Belastung für die Bauern. Obwohl die Preise für produziertes Lebensmittel noch nicht in gleichem Maße gestiegen sind, müssen die Erzeuger höhere Energiekosten und Inputkosten tragen. Dies erhöht das Risiko eines intensiven Preiskampfes um Nahrungsmittel zwischen wohlhabenden und ärmeren Nationen. Diese Dynamik führt dazu, dass die ärmsten Bevölkerungsgruppen die höchsten Preise für lebensnotwendige Güter zahlen müssen und die Gefahr von Hunger steigt.

Die wirtschaftlichen Folgen sind weitreichend und betreffen die allgemeine Lebensmittelinflation. Prognosen zeigen, dass die Lebensmittelpreise in verschiedenen Regionen weiter steigen werden, was die Ernährungssicherheit zusätzlich bedroht. Organisationen wie das Weltprogramm für Ernährungssicherheit schätzen, dass die Folgen dieses Konflikts bis 2026 zusätzliche 45 Millionen Menschen in akuter Hungerlage stürzen könnten. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Versorgungsketten zu stabilisieren und die Folgen dieses geopolitischen Ereignisses abzufedern.

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