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Wirtschaft

Iran-Konflikt stört Lieferketten: Snackhersteller passen Verpackungen an

Störungen bei Naphtha und Energie trieben Kosten in Asien in die Höhe

Der japanische Snackgigant Calbee wechselte temporär zu schwarz-weißen Verpackungen für einige seiner bekanntesten Produkte. Diese Maßnahme erfolgte, weil die Versorgung mit einem Rohstoff, der für die Herstellung von Tinte benötigt wurde, durch die Spannungen im Nahen Osten gestört wurde. Die Firma kündigte an, dass neue Verpackungsdesigns für vierzehn Produkte, darunter Chips und Garnelenkrapfen, ab dem fünfundzwanzig. Dieser Schritt zeigte, wie alltägliche Güter direkt von geopolitischen Ereignissen betroffen waren.

Die Ursache lag in der Unterbrechung der wichtigen Wasserstraße Hormus durch die iranische Kriegsführung. Diese Blockade führte zu erheblichen Störungen bei den Lieferungen von Naphtha, einem Nebenprodukt der Raffinerie, das für die Herstellung von Tinte und Kunststoffen essentiell war. Die Preise für Naphtha in Asien verdoppelten sich fast seit Beginn des Konflikts, was die Betriebskosten für Unternehmen in der Region stark erhöhte.

Die Öl- und Gaspreise stiegen bereits seit dem Konfliktbeginn am 28. Februar an, da die Schifffahrtswege durch die Straße Hormus zum Erliegen kamen. Die Abhängigkeit von Energie und anderen Ölprodukten machte asiatische Staaten besonders anfällig für diese Unterbrechungen. Japan, das stark von den Mittleren Osten für Energie abhängig war, sah sich mit einer schwierigen Lage konfrontiert.

Die japanische Regierung versuchte, die Engpässe und Ungleichgewichte bei den Lieferungen zu stabilisieren. Bereits im April hatte der japanische Premierminister Sanae Takaichi angekündigt, die Bezugsquellen für Naphtha zu erweitern und Quellen außerhalb des Nahen Ostens, wie beispielsweise die Vereinigten Staaten, einzubeziehen. Diese Diversifizierung war ein Versuch, die Abhängigkeit zu reduzieren.

Parallel dazu erlebten andere Sektoren ähnliche Belastungen. Lebensmittelhersteller wie Mizkan suspendierten den Verkauf einiger Produkte und erhöhten die Preise aufgrund von Engpässen bei Polystyrolbehältern. Auch Automobilhersteller wie Toyota und Hyundai erlebten durch höhere Materialkosten und geringere Verkaufszahlen einen Einbruch ihrer Gewinne. Darüber hinaus pausierten Fluggesellschaften Flüge und landeten einige Flugzeuge aufgrund der stark gestiegenen Preise für Kerosin. Die globale Lieferkette zeigte sich somit extrem fragil.

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