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Wirtschaft

Ölknappheit zwang japanischen Snackgiganten zur monochromen Verpackung

Störungen bei der Naphtha-Zulieferung durch die Blockade im Hormus-Strait

Japanischer Snackgigant Calbee musste einige seiner Flaggschiffprodukte aufgrund von Engpässen bei der Tintenkomponente schwarz-weißes Verpackungsdesign anpassen. Die Notwendigkeit resultierte aus der Unterbrechung der Lieferungen von Naphtha, einem in Erdöl gewonnenen Inhaltsstoff. Calbee verkündete, dass vierzehn ihrer Produkte bis Ende Mai auf eine monochrome Gestaltung umgestellt würden. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf die instabile Verfügbarkeit von „bestimmten Rohstoffen“, welche durch den Konflikt in der Region verursacht wurden.

Die japanischen Unternehmen suchten infolge der steigenden Kosten und Materialmangel nach Wegen, die Auswirkungen abzumildern. Die Herstellung von Drucktinte erforderte Naphtha, ein Ölderivat, von dem Japan etwa vierzig Prozent seiner Konsum aus dem Nahen Osten importierte. Die Nachrichten über Calbees Entscheidung erregten große Aufmerksamkeit in Japan und folgten auf eine frühere Panik bei einem anderen Knabberprodukt, das seine Produktion aufgrund der Schwierigkeiten bei der Beschaffung des benötigten schweren Öls einstellte.

Eine Regierungssprecherin erklärte bezüglich der Entscheidung von Calbee, dass die inländische Naphtha-Verraffung mit eingelagertem Rohöl fortgesetzt wurde. Zudem trippelten die Importe aus außerhalb des Nahen Ostens im Mai im Vergleich zu den Vorjahren, als der Iran-Konflikt Ende Februar ausbrach. Die Sprecherin versicherte der Öffentlichkeit, dass die Naphtha-Engpässe keine weitreichenden Störungen verursachten.

Kei Sato, ein leitender Regierungssprecher, versicherte, dass ausreichende Mengen der Tintenkomponente für wichtige Funktionen in Japan gesichert waren. Er betonte, dass die Regierung mit großen Unternehmen zusammenarbeitete, um sicherzustellen, dass Naphtha über Routen außerhalb des Hormus-Straits importiert wurde. Sato bestätigte, dass keine Berichte über unmittelbare Störungen der Tinten- oder Naphtha-Lieferung vorlagen und dass Japan insgesamt die erforderlichen Mengen besaß.

Calbee gründete 1949 in Hiroshima und entwickelte sich zu einem globalen Unternehmen, das Produkte in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten vertrieb. Das Unternehmen erwarb 2018 die britische Marke Seabrook Crisps. Der Aktienkurs des Unternehmens sank angesichts der Nachrichten um mehr als einen Prozent, während der Nikkei 225 Index insgesamt zunahm.

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