Eine iranische Frau, die monatelang in Texas inhaftiert war, beschuldigte die US-Regierung der „Blutlinie-Bestrafung“. Diese Anschuldigung richtete sich gegen den Entzug der Aufenthaltsgenehmigungen ihrer Familie, begründet durch die Verbindungen ihres Mannes zu einer prominenten Figur in dem Iran. Maryam Tahmasebi, Professorin für Psychologie und Statistik, wurde im April von Einwanderungsbeamten festgenommen. Ihr Ehemann, Seyed Eissa Hashemi, und ihr Teenager-Sohn waren alle dauerhafte Einwohner der Vereinigten Staaten.
Der Grund für den Entzug des Status lag in den Verbindungen des Mannes zu einer Sprecherin der Gruppe, die während der Entführung von zahlreichen Amerikanern während der politischen Krise von 1979 in den Iran geführt hatte. Das Außenministerium nannte diese Bande den Grund für die Aufhebung des Familienstatus. Tahmasebi berichtete in der Zeitschrift The Nation über die „schrecklichen Bedingungen“, denen sie und ihr Sohn in den Haftanstalten in Dilley und Pearsall ausgesetzt waren. Sie schilderte, dass ihre physische und geistige Gesundheit auf unumkehrbare Weise abgetragen worden war.
Tahmasebi erklärte, die Familie habe durch die Verbindung zu einer Person bestraft werden wollen, die vor der Geburt ihres Mannes die Entführer der Entführung von 1979 repräsentiert hatte. Sie betonte, dass sie die Möglichkeit hatte, ein Leben aufzubauen, das durch ihre eigenen Handlungen definiert wurde, doch nun wurden ihre Leben durch eine Tat verändert, die vor fast fünfzig Jahren stattfand.
Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, den Status der Familie zu entziehen, erfolgte inmitten mehrerer Durchsetzungsmaßnahmen gegen Verwandte von Regierungsvertretern, als die Spannungen zwischen den USA und dem Iran dieses Jahr eskalierten. Parallel dazu identifizierten Diaspora-Aktivisten Verwandte iranischer Funktionäre im Ausland und forderten deren rechtlichen Statusentzug. Eine Online-Petition forderte die Ausweisung von Hashemi aus den USA wegen seiner Beteiligung an der Entführung von 1979.
Die US-Regierung erklärte, dass sie keine Informationen über die Verfolgung von Staatsbürgern preisgab, die die nationale Sicherheit bedrohten. Eine Rechtsbeistand der Familie argumentierte, dass die Regierung keine Beweise für eine Bedrohung der nationalen Sicherheit vorlegen konnte. Das Department of Homeland Security lehnte die Bitte um freiwillige Ausreise ab und verwies auf Programme zur freiwilligen Abreise. Die US-Regierung hatte zudem den Status von zwei weiteren iranischen Frauen entzogen, die mit dem Attentat auf Qasem Soleimani in Verbindung gebracht wurden.