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Politik

Iranische Führung: Welche Lektionen aus dem Krieg lernte die neue Ära?

Ideologie gegen Pragmatismus: Die entscheidenden Faktoren für den Nuklearvertrag und die Zukunft des Mittleren Ostens

Die ideologischen Lehren, die die neue Führung Irans aus dem 110-tägigen Konflikt zog, könnten den ausschlaggebenden Faktor darstellen, ob Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu einer Einigung führten, die ein nukleares Arsenal verhinderte. Ein solches Ergebnis hätte eine neue Ära für die iranische Wirtschaft eingeläutet und gleichzeitig den Nahen Osten grundlegend umgestaltet. Die Frage stellte sich, ob das neu zusammengestellte Führungsteam, das in der Hitze des Krieges geformt wurde, noch eine islamische ideologische Kreuzzug darstellte oder ob die Akzeptanz des Verständigungspaktes ein pragmatisches Handeln signalisierte.

Die Leere, die durch die Unsichtbarkeit des geschädigten Oberhauptes Mojtaba Khamenei entstand, machte diesen Moment zu einer Übergangsphase. Khamenei veröffentlichte einen Brief, in dem er den Deal grundsätzlich ablehnte, sich jedoch dem Präsidenten Masoud Pezeshkian unterstellte, nachdem ihm Zusicherungen gemacht worden waren, dass er den Vertrag nicht akzeptierte, wenn die Vereinigten Staaten zu fordernd wurden. Khamenei betonte, dass die Rechte des Landes und die Achse des Widerstands geschützt werden mussten. Er positionierte sich als jemand, der eine Entschuldigung von der Schuld abwarten konnte, falls die gewählten Politiker mit dem Westen in Konflikt gerieten.

Donald Trump äußerte sich in seiner Kritik an der iranischen Führung als Zeichen einer Verschiebung. Seine Äußerungen korrespondierten mit den Ansichten des CIA-Direktors John Ratcliffe, der warnte, dass ein erheblicher Abstand zwischen den öffentlich geäußerten Positionen der iranischen Beamten und ihren privaten Absichten bestand. Ratcliffe schloss mit der Feststellung, dass die iranischen Absichten nicht mit den im Abkommen getroffenen Verpflichtungen übereinstimmten. Dies deutete darauf hin, dass die Führung entweder bei einem nuklearen Abkommen zögern würde oder, schlimmer noch, heimlich eine Waffe zusammenstellen musste, da der Straße von Hormus bald zu einem wertlosen Vermögenswert werden würde.

Payam Fazlinejad, ein Hardliner der Zeitschrift Naqd Andisheh, argumentierte, dass die Geographie die Technologie besiegte und dass Iran eine größere Abschreckungsmacht besaß als eine nukleare Waffe. Er drängte die Führung jedoch dazu, den endlosen Kreislauf aus Krieg, Verhandlungen und Protesten zu durchbrechen und Stabilität wiederherzustellen. Die Öffentlichkeit verlangte eine Rückkehr zur Normalität.

Innerhalb der Regierung zeigte sich ein Kampf zwischen den Hardlinern, bekannt als die Paydari Front, und den Befürwortern des Abkommens. Diese Gruppe bezeichnete den Deal als Katastrophe und forderte die sofortige Beendigung der Blockade. Die Befürworter des Abkommens gewannen nicht nur ein Argument, sondern auch einen Machtkampf. Mohammad Bagher Ghalibaf, der Konsensbildner und Sprecher des Parlaments, war wahrscheinlich der prominenteste Nutznießer des Krieges. Er rechtfertigte die Verhandlungen als notwendige Maßnahme, um den Druck abzubauen und die Bevölkerung zu entlasten. Er betonte, dass die militärische Gewalt allein nicht ausreichen würde, um die Situation zu lösen, und dass die Erfolgsgröße von der Abwehr externer Bedrohungen auf die Verbesserung der Wirtschaft verschoben werden müsse.

Die neuen Führungsebenen begannen, eine neue Großstrategie zu verfolgen, die autoritärer, stärker auf China ausgerichtet und pragmatischer gegenüber den Ratschlägen des Islamischen Revolutionären Garde (IRGC) war. Obwohl ein Abkommen auf der nuklearen Ebene verfügbar war, warnte eine Expertin, dass die Diskussionen über die Verifizierung durch die Vereinten Nationen noch zu testen blieben. Die Regierung musste den Fokus auf die Bekämpfung der Inflation und die Währungsmärkte verlagern. Ghalibaf betonte einen ausgewogenen Ansatz zwischen West und Ost, da die Investitionen aus den Vereinigten Staaten durch die Sanktionen unmöglich gemacht wurden. Die iranische Führung signalisierte damit, dass sie nicht den strategischen Fehler wiederholen wollte, den die frühere Regierung gemacht hatte.

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