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Familie von Isla Bell forderte Gerechtigkeit nach Todesfall

Anklage gegen den Angeklagten zurückgezogen; Kritik an der Justizsystematik

Der Leichnam der 19-jährigen Isla Bell wurde vor achtzehn Monaten in einer Müllhalde in Melbourne gefunden. Freunde und Angehörige forderten heute Gerechtigkeit und protestierten gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die Anklage wegen Totschlags gegen den Mann zurückzuziehen, der ihr Tod verdächtigt wurde. Isla Bell wurde als eine liebevolle, mutige und offenherzige junge Frau beschrieben, die eine besondere Verbindung zur Natur besaß. Die Familie versammelte sich vor der Victoriantischen Staatsbibliothek, um die Teenagerin zu ehren und gegen die mangelnde Reaktion des Justizsystems zu protestieren.

Marat Ganiev, 55 Jahre alt, der ursprünglich wegen des Mordes auf Isla Bell angeklagt worden war, sah seine Anklage auf Totschlag herabgestuft und diese Woche vollständig zurückziehen. Die Staatsanwaltschaft begründete die Entscheidung mit dem Mangel an ausreichenden Beweisen für ein Gerichtsverfahren. Ganiev wurde stattdessen wegen Versuch des Verfälschung des Rechtswegs angeklagt, was die Familie tief erschütterte und sie zu Forderungen nach systemischen Änderungen im Schutz von Opfern von Kriminalität veranlasste.

Isla Bells Mutter, Justine Spokes, sprach bei der Gedenkveranstaltung über die Entscheidung. Sie bezeichnete das Rechtssystem als „krank und pervertiert“ und als „kein Justizsystem“, welches die Schutzmechanismen für gefährdete Frauen und Mädchen versagte. Spokes betonte, dass sie ihre Tochter durch die Wahl der Liebe über alles andere ehren wollte. Sie kritisierte die „revolving door“ von Männern, deren Herzen hart wie Stein waren, und die fehlenden gesellschaftlichen Konsequenzen für diese Verbrechen.

Spokes erklärte, dass ihre Tochter vor dem Todesfall bereits andere „Gräueltaten“ durch kranke Männer erduldet hatte. Trotz dieses Schmerzes pflegte sie ihre „ausgezeichnete Seele“ weiter zu teilen. Die Familie forderte eine Auseinandersetzung mit dem kulturellen Problem der Frauenfeindlichkeit in Australien und betonte, dass das Herz der Schlüssel zu dieser Lösung sei.

Der Onkel von Isla, Chris, forderte eine „Revolution“ des Justizsystems. Er erinnerte an den Moment, als er Isla sah, und betonte ihre mutige Art. Er appellierte an den Victoriantischen Generalstaatsanwalt, Sonya Kilkenny, einzugreifen und forderte, dass der Mann, der die Tochter angeklagt hatte, vor einer Jury seiner Gleichgestellten verurteilt worden sei. Er betonte, dass die Motivation der Gemeinschaft nicht Rache oder Wut, sondern ein Gespräch über Gerechtigkeit sei, und dass das System zur Begrenzung effektiver Strafverfolgung programmiert gewesen sei.

JustizKriminalitätVictoriantische StaatsanwaltschaftFrauenfeindlichkeit

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