Zwei pro-palästinensische Aktivisten, Saif Abu Keshek und Thiago Ávila, wurden nach ihrer Inhaftierung in Israel deportiert. Sie waren Teil der Global Sumud Flottilla, einer Organisation, die versuchte, die Seeblockade Israels um Gaza zu durchbrechen und humanitäre Hilfe in das Gebiet zu bringen. Die Flottilla, bestehend aus zwanzigzwanzig Booten und etwa 175 Teilnehmern, wurde in internationalen Gewässern nahe Kreta abgefangen. Während die anderen Teilnehmer freigelassen wurden, wurden die beiden Aktivisten in israelische Haft überführt.
Israel erklärte, dass es die Deportation der Personen vollzogen habe und betonte, dass es keine Verletzung der gesetzlichen Seeblockade um Gaza zulassen werde. Die israelische Außenministerin bezeichnete die Aktivisten als “professionelle Provokateure” und stellte die Anschuldigungen Israels bezüglich ihrer Verbindungen zu terroristischen Organisationen und illegalen Aktivitäten zurück. Die Behörden gaben keine formellen Anklagen bekannt, obwohl die Aktivisten behaupteten, ihre Inhaftierung sei ein willkürliches Vorgehen ohne rechtliche Grundlage gewesen.
Die Rechtsgruppe Adalah kritisierte die Verhaftung als eine Scheinmaßnahme ohne jegliche rechtliche Basis, die darauf abzielte, die Aktivisten für ihren Versuch, die illegale Blockade Israels um Gaza herauszufordern, zu bestrafen. Die Anwältin der Aktivisten berichtete über psychische Belästigungen während ihrer Haft, darunter lange Verhöre, ständige Beleuchtung in den Zellen und Isolation. Sie wies die Überführung in die israelische Haft als klaren Verstoß gegen internationales Recht zurück und betonte die erlittenen Misshandlungen.
Die Aktivisten hatten während ihrer Haft auch einen Hungerstreik begonnen und verweigerten Wasser. Spanien und Brasilien sowie die Vereinten Nationen forderten ihre Freilassung und bezeichneten die Inhaftierung als unrechtmäßig. Die Forderungen der internationalen Gemeinschaft richteten sich gegen Israel und die griechische Regierung, um Erklärungen und sofortige Sanktionen wegen der Verletzung der Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung zu verlangen.
Die Flottilla-Operation erfolgte im Kontext einer anhaltend angespannten Lage in Gaza, wo die humanitäre Situation trotz eines Waffenstillstands zwischen Israel und Hamas weiterhin prekär ist. Die jüngsten israelischen Luftangriffe führten zu Todesfällen, was die anhaltende Gewalt in der Region verdeutlicht. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage genau und fordert eine Einhaltung des Völkerrechts sowie den Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza.