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Politik

Israel deportierte Aktivisten der Gaza-Flottilla nach internationaler Empörung

Globale Kritik richtete sich gegen die Behandlung der Demonstranten und den Sicherheitsminister

Israel deportierte alle ausländischen Aktivisten, die von einer in Gaza gerichteten Flottilla festgehalten worden waren. Diese Maßnahme erfolgte nach einer globalen Empörung über die Behandlung der Demonstranten in Haft, welche dazu führte, dass das Vereinigte Königreich und andere Staaten israelische Diplomaten zu einer formellen Stellungnahme riefen.

Über 430 Aktivisten aus verschiedenen Ländern befanden sich in Israel, nachdem sie am Montag auf See abgefangen worden waren. Sie versuchten damit, die Blockade des palästinensischen Territoriums zu durchbrechen. Die Aktivisten wurden auf Flugzeuge verladen und landeten am Donnerstagabend in Istanbul. Berichten zufolge zeigten sie bei der Ankunft zwei Fingern Salutschüsse und sangen „Freie Palästina“.

Der israelische National-Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir löste am Mittwoch scharfe Verurteilungen und diplomatischen Widerstand aus. Er veröffentlichte ein Video, das die festgehaltenen Aktivisten zeigte, bei dem sie mit gefesselten Händen und mit den Stirnen auf dem Boden lagen, während er sie verspottete.

Die britische Regierung verurteilte die Behandlung der Verhafteten entschieden. Sie erklärte, dass dieses Verhalten die grundlegendsten Standards des Respekts und der Würde verletzte und die Haftbedingungen besorgten. Die britische Seite forderte eine Erklärung von den israelischen Behörden und betonte deren Pflichten zum Schutz der Rechte aller Beteiligten.

Mehrere italienische Journalisten, die mit den Aktivisten in Verbindung standen, berichteten von brutaler Behandlung. Einer der Journalisten erklärte, er und andere seien in Handschellen und mit Ketten an den Füßen zum Flughafen Ben-Gurion gebracht worden. Er berichtete von körperlicher Gewalt, wobei sie geschlagen und getreten wurden.

Auch andere Aktivisten berichteten von spezifischen Angriffen. Eine Aktivistin aus der israelischen Menschenrechtsgruppe Adalah erklärte, dass einer der Aktivisten gezwungen worden war, nackt zu laufen, während die Wachen lachten. Die israelischen Behörden hatten zudem Gummigranaten abgefeuert, die einige Aktivisten verletzten.

Die polnische Außenministerin forderte ein Verbot für Ben-Gvir, in das Land einzureisen, angesichts des Videos, das den Minister zeigte, wie er die festgehaltenen Aktivisten verspottete. Der Präsident des Europäischen Rates äußerte sich empört über die Art und Weise, wie Ben-Gvir die Mitglieder der Hilfsflottilla behandelt hatte, und forderte deren sofortige Freilassung.

Obwohl Premierminister Benjamin Netanyahu die Abfangen der Flottilla verteidigte, kritisierte er die Behandlung der Aktivisten als „nicht im Einklang mit den Werten und Normen Israels“. Er wies an, dass die Aktivisten „so bald wie möglich“ deportiert werden sollten. Dennoch existierte eine Geschichte der Abfangen von Schiffen auf See, die Gaza erreichen wollten, einschließlich der Anwendung tödlicher Gewalt.

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