Israel führte erstmals einen Luftangriff auf die südlichen Vororte von Beirut durch, die als Dahieh bekannt sind und als Stützpunkt der Gruppe Hezbollah dienen. Der Angriff zielte auf einen Kommandanten der Eliteeinheit der Gruppe, die Radwan Force. Premierminister Benjamin Netanjahu gab persönlich die Genehmigung für die Maßnahme und betonte, dass keine Terroristen immun seien. Diese Aktion markiert den ersten Angriff auf Dahieh seit dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Libanon, das am 16. April von Präsident Donald Trump bekannt gegeben wurde.
Die Luftattacke verursachte erhebliche Zerstörungen in den südlichen Vororten, wobei Bilder von großen Flammen und schweren Schäden an mindestens einem Gebäude veröffentlicht wurden. Lokale Berichte berichteten, dass Mitglieder der Einheit während des Angriffs zusammenkamen, während Hezbollah keine Reaktion zeigte. Diese Eskalation verdeutlicht, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Akteuren nicht zur Beendigung der Kämpfe geführt haben, und die gegenseitigen Vorwürfe der Verletzung von Abkommen bestehen fort.
Die israelische Armee führt ihre Luftangriffe überwiegend in den Süden des Libanon durch, wobei die militärischen Stellen Infrastruktur sowie Personen, die mit der iranisch unterstützten Miliz und politischen Organisationen verbunden sind, ins Visier nehmen. Das Gesundheitsministerium des Libanon berichtete, dass die Angriffe in der vergangenen Woche bereits über 120 Todesopfer, darunter Frauen und Kinder, verursacht hätten. Zudem besetzt die israelische Armee einen Streifen libanesischer Fläche an der Grenze, mit dem Ziel, eine Sicherheitszone zu schaffen, die Hezbollah-frei sei, um die nördlichen israelischen Gemeinschaften zu schützen.
In den besetzten Gebieten wurden ganze Dörfer zerstört, was zu Vorwürfen führt, dass einige Fälle Kriegsverbrechen darstellen könnten. Gleichzeitig führte Hezbollah wiederholt Angriffe mit Raketen und Drohnen gegen israelische Truppen in Libanon und im Norden Israels durch. Ein israelischer Verteidigungsunternehmer wurde beispielsweise bei der Bedienung eines Baggers im Süden des Libanon durch eine Drohne getötet. Die Bevölkerung in Dahieh fürchtet aufgrund der anhaltenden israelischen Angriffe eine Rückkehr nach Hause.
Obwohl Gespräche zwischen Israel und Libanon auf Botschafterebene fortgesetzt wurden, lehnte der libanesische Präsident Joseph Aoun ein Treffen mit Netanjahu zeitnah ab. Seit dem 2. März wurden in Libanon über 2.700 Menschen getötet, und Israel meldete im Zuge der jüngsten Aktionen 16 Soldaten und einen Zivilisten in Südlibanon sowie zwei Zivilisten im Norden Israels als Opfer.