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Israelische Kräfte boarden Flottille in Richtung Gaza

Aktivisten beklagten maritime Blockade und mangelnde humanitäre Hilfe

Pro-palästinensische Aktivisten berichteten, dass israelische Streitkräfte eine Flottille von über fünfzig Booten, die Hilfsgüter nach Gaza transportierten, in internationalen Gewässern westlich von Zypern boardeten. Die Global Sumud Flottille (GSF) bezeichnete diese Aktion als illegale Piraterie, etwa zweihundertfünfzig Seemeilen von Gaza entfernt, welche unter einer israelischen maritimen Blockade lag. Videoaufnahmen der Flottille zeigten bewaffnete Kommandoeinheiten, welche auf mehrere Boote stiegen.

Israel reagierte auf die Vorfälle zunächst nicht unmittelbar. Das Außenministerium Israels beschrieb die Flottille hingegen als „eine Provokation zum Zweck der Provokation“ und verwies auf „zwei gewalttätige türkische Gruppen“. Bereits im vergangenen Monat hatten israelische Kräfte zwanzig zwei Boote derselben Flottille in der Nähe von Kreta abgefangen. In diesem Vorfall wurden etwa hundertfünfundsiebzig Aktivisten an Bord festgehalten, von denen die meisten nach weitreichender internationaler Verurteilung am folgenden Tag freigelassen wurden. Zwei Personen, darunter der spanische Staatsbürger Saif Abu Keshek und der brasilianische Staatsbürger Thiago Ávila, wurden zur Befragung nach Israel zurückgebracht und deportiert.

Die verbleibenden Boote der Flottille segelten anschließend zum türkischen Hafen Marmaris, wo etwa fünfzig Schiffe am Donnerstagmorgen abfuhren und südöstlich in Richtung Gaza segelten. Die Aktivisten an Bord erklärten, dass sie Gaza erreichen mussten, um den Palästinensern dringend benötigte Hilfe in dem Gebiet zu leisten, wo die Lebensbedingungen prekär waren und die Mehrheit der zwei Millionen Einwohner vertrieben war, obwohl ein Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas sieben Monate zuvor vereinbart worden war.

Das israelische Außenministerium versicherte, dass es jegliche Verletzung der maritimen Blockade auf Gaza untersagte, welche es als rechtmäßig ansah, und beschrieb Gaza als „mit Hilfsgütern geflutet“. Die Vereinten Nationen berichteten letzte Woche, dass humanitäre Operationen durch Beschränkungen beim Import kritischer Ersatzteile, Notstromgeneratoren und anderer Ausrüstung sowie durch Engpässe bei lebenswichtigen Gütern wie Treibstoff und Motoröl untergraben wurden. Nur achtzigsechs Prozent der von den israelischen Behörden für den Zutritt nach Gaza genehmigten humanitären Hilfsgüter wurden letztlich an den Grenzübergängen abgeladen.

Der Konflikt in Gaza wurde durch den Hamas-gesteuerten Angriff auf den südlichen Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst, bei dem etwa eintausendzwihundert Menschen getötet und zweihundertfünfzig als Geiseln genommen wurden. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Kampagne in Gaza, in der laut dem Gesundheitsministerium der Hamas im Gebiet über siebzigtausend siebenundzwanzig Menschen starben.

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