Die israelische Waffenlieferantin Elbit Systems präsentierte Daten über das Kommando- und Kontrollsystem der israelischen Streitkräfte. Dieses System identifizierte zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2025 insgesamt 850.000 Ziele in den Kriegsgebieten Gaza und Libanon. Die Zahlen bezogen sich auf Personen, Fahrzeuge und andere Objekte, die als potenzielle Ziele für Folgewaffenangriffe aus Land, See oder Luft identifiziert wurden. Diese Darstellung verdeutlichte die hohe Intensität der durch Israel geführten Konflikte in den letzten drei Jahren.
Die Daten wurden auf einer Landkriegskonferenz vorgestellt. Ein hochrangiger israelischer Offizier erläuterte, dass das System über 20.000 Kampfpläne und 850.000 „Echtzeit-Aufklärungsziele“ enthielt. Diese Ziele beschrieben als „Feinde, die wir nicht kennen“, erschienen durch Manöver oder Gräben und erforderten eine präzise Trefferführung. Die Offizier betonte, dass die Armee zwar die Fähigkeit besaß, diese Ziele exakt zu treffen, jedoch nicht immer ausreichend Munition verfügte.
Ein ehemaliger hochrangiger Berater des US-Pentagons äußerte große Besorgnis über die Menge der Daten. Er befürchtete, dass es unmöglich sei, jede einzelne der täglichen Tausenden von Zielen umfassend hinsichtlich der Kollateralschäden und des Risikos für die Zivilbevölkerung zu bewerten. Er argumentierte, dass die Bewertung der Legalität von Angriffen bei solch hohen Volumina kaum möglich sei.
Elbit Systems dementierte die Interpretation der Zahl 850.000 als tatsächliche Ziele. Die Firma erklärte, die Zahlen stellten lediglich die aggregierte Systemaktivität und die operativen Daten dar, welche durch das digitale Armee-Programm der israelischen Streitkräfte seit dem 7. Oktober 2023 generiert worden waren. Die Daten repräsentierten somit die Menge der verarbeiteten Informationen, nicht die Anzahl der Feindziele oder tatsächlichen Angriffe.
Die Nutzung von künstlicher Intelligenz zur Zielidentifizierung beschleunigte zudem die Feuerunterstützung erheblich. Das digitale Armee-Programm verkürzte die Zeitspanne für externe Feuerunterstützung von 40 bis 50 Minuten auf nur noch eine bis sieben Minuten. Experten befürchteten, dass die Abhängigkeit von automatisierten Systemen die menschliche Überprüfung und die Verantwortlichkeit bei der Entscheidungsfindung in Kriegszeiten in Frage stellte. Die Debatte um die Verifizierung dieser Daten und die ethischen Grenzen der Kriegsführung blieb somit offen.