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Politik

Israelischer Sicherheitsminister bei extremistischen Juden bei Al-Aqsa-Sturm

Provokationen untergruben den Status quo und lösten regionale Verurteilungen aus

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, schloss sich tausenden von jüdischen Extremisten an, die am Donnerstag das als besonders sensibel geltende Komplex von Al-Aqsa stürmten. Begleitet von bewaffneter Polizei beteten diese Akteure, weiseten die israelische Flagge und sangen die Nationalhymne in einer provokativen Demonstration politischer Macht. Das Gebiet, das den Muslimen als Komplex al-Haram al-Sharif und den Juden als Tempelberg bekannt war, erlebte somit eine tiefgreifende religiöse Eskalation.

Ben-Gvir erodierte das fragile, jahrzehntealte Abkommen des Status quo durch eine Reihe provozierender Besuche am Komplex und durch einseitige Änderungen der Regeln für jüdische Besucher. Diese Änderungen erlaubten den Besuchern, Gebete und gedruckte religiöse Materialien an diesem heiligen Ort mitzubringen. In einer Erklärung verurteilte das palästinensische Ministerium für Religionsstiftungen und Angelegenheiten diese provokativen Praktiken, die aus den höchsten politischen Ebenen der besetzenden Regierung stammten, als Versuch, einen Religionskrieg in der gesamten Region auszulösen.

Die israelischen Teilnehmer beteten am Donnerstag in Teilen des Komplexes in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee und der siebenhundertjährigen Kuppel des Tempels. Die Aktivisten der Gruppe Peace Now bezeichneten die Gebete außerhalb Al-Aqsa und der Kuppel als eine „gefährliche Provokation“ extremistischer Gruppen, die einen Religionskrieg anstrebten. Sie betonten, dass diese Handlungen den fragilen Status quo direkt verletzten, welcher das Nicht-Muslimische Gebet an diesem heiligen Ort untersagte.

Die jordanische Außenministerin verurteilte den Sturm und forderte die internationale Gemeinschaft auf, Israel als besetzende Macht zur Einstellung ihrer fortlaufenden Verletzungen der islamischen und christlichen Heiligtümer in Jerusalem zu zwingen. Das islamische Waqf-Department, welches den Komplex offiziell verwaltete, berichtete, dass 3.228 Israelis während des Vormittags in den Komplex eintraten, wobei weitere Besucher am Nachmittag erwartet wurden.

Vorher hatte Premierminister Benjamin Netanjahu öffentlich jüdisches Gebet am Ort unterstützt und behauptet, dass die von Ben-Gvir verursachten Änderungen mit ihm koordiniert seien. Obwohl seine Regierung einen wesentlichen Teil des Status quo zerrissen hatte, bestand Netanjahu darauf, dass Israel das Abkommen nicht verletzt habe. Die Ereignisse führten zudem zu Ausschreitungen in alten Jerusalem und zu Angriffen auf Palästinenser sowie zur Sachbeschädigung eines muslimischen Friedhofs nahe dem Tor der Löwen. Die Polizei verhaftete sechzehn jüdische Verdächtige im Zusammenhang mit der Gewalt.

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