Italien setzte fast alle seine großen Städte auf den höchsten Hitzealarm, da eine neue Hitzewelle das Land erfasste. Gesundheitsbeamte erklärten, dass neunzehn Städte von Nord nach Süd, darunter die Hauptstadt Rom, Mailand, Venedig und Neapel, bereits im Rot-Alarm befanden. Bis Montag würden alle Städte außer zwei in den Rot-Alarm überführt. Die Temperaturen erreichten in vielen Regionen am Samstag die Mitte der Dreißiger Grad Celsius, und die Behörden warnten vor Gefahren für auch gesunde und aktive Menschen, nicht nur für ältere Personen, sehr junge Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Diese Warnungen erfolgten inmitten einer Reihe verheerender Waldbrände in ganz Europa. Eine Reihe von Hitzewellen hatte günstige Bedingungen für die Entstehung von Bränden geschaffen. Das italienische Gesundheitsministerium teilte in seinem jüngsten Bulletin mit, dass bis Montag etwa fünfundzwanzig der zwanzigsieben großen Städte des Landes im Rot-Alarm befanden. Nur Reggio Calabria im südlichen Ende der italienischen „Schuh“-Form und Messina auf der Insel Sizilien befanden sich auf dem zweithöchsten „Amber“-Alarm.
Das Extremwetter wurde durch eine subtropische Antizyklone aus Nordafrika verursacht, welche sich nun über dem Mittelmeer verstärkte. Das Ministerium rief die Einwohner der betroffenen Gebiete dazu auf, der direkten Sonneneinstrahlung und der Hitze während der heißesten Stunden zwischen elf und achtzehn Uhr zu entgehen, drinnen zu bleiben und ausreichend Flüssigkeit zu konsumieren.
Gleichzeitig bekämpften Feuerwehrleute in Griechenland, Frankreich, Portugal und Spanien noch immer Brände, die Tausende von Hektar erfassten. In Frankreich entzündete sich am Freitagnachmittag ein Feuer in der Region Var neu, nachdem es mehrere Tage lang unter Kontrolle gewesen war. In der Gironde-Region im Südwesten kontrollierte man jedoch ein massives Feuer, und etwa zweihunderttausend evakuierte Bewohner konnten in ihren Wohnsitzen zurückkehren.
In Griechenland wurden Hunderte von Menschen, meist Touristen, durch See evakuiert, da eine Küstenstadt von einem der vielen Waldbrände im ganzen Land eingeschlossen war. Auch in Spanien verbrangten im Jahr zweitausendsechzig Hunderttausend Hektar Land, was fünfmal über dem Durchschnitt lag. EU-Daten zeigten, dass auch die Flächen in Portugal höher waren als üblich.
Der Klimawandel trieb die Temperaturen weltweit in die Höhe, und Europa erwärmte sich als der am schnellsten wärmende Kontinent, indem es doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt aufheizte, erklärte der Copernicus Climate Change Service. Dies führte zu verstärkten Sommerhitzewellen, erhöhtem Druck auf Europas Wasserversorgung und intensiveren Waldbränden.