Die italienischen Behörden verboten die Konzerte von Kanye West und Travis Scott, da sie Sicherheitsbedenken und öffentliche Ordnung als ausschlaggebend erachteten. Der Präfekt Salvatore Angieri verkündete am Freitag, dass die Veranstaltungen in Reggio Emilia im Juli nicht stattfanden. Diese Entscheidung erfolgte nach einer Bitte der lokalen jüdischen Gemeinschaft, die die Absage von Wests Auftritt forderte.
Die Gemeinschaftsführerin Nicoletta Uzzielli bat den lokalen Beamten, den Auftritt durch eine Darbietung zu ersetzen, welche die Musik als universelle verbindende Kraft in den Vordergrund stellte. West erregte bereits viel Aufmerksamkeit durch eine Reihe antisemitischer, rassistischer und naziastischer Äußerungen, welche ihm beispielsweise das Betreten des Vereinigten Königreichs verboten. Diese Kontroversen beeinflussten die Entscheidung der italienischen Verwaltung maßgeblich.
Die regionale Präfektur begründete ihre Entscheidung in einer Erklärung mit mehreren Faktoren. Dazu gehörten die vorherigen Absagen von Auftritten des amerikanischen Künstlers in anderen Ländern sowie das reale Risiko von Gegenkundgebungen. Ein weiterer entscheidender Punkt war die räumliche Nähe der beiden Veranstaltungen, die am 17. und 18. Juli in der RFC Arena von Reggio Emilia stattfanden, sowie die großen Menschenmengen, die erwartet wurden.
Travis Scott stand ebenfalls unter intensiver Beobachtung, nachdem bei seinem Astroworld-Festival in Houston im Jahr 2021 zehn Personen, die zwischen neun und siebenundzwanzig Jahre alt waren, starben. Tausende andere wurden verletzt, als Panik ausbrach und die überfüllte Menge auf die Bühne drängte. Zudem wurde das Wireless Festival in London diesen Sommer abgesagt, nachdem West als Hauptdarsteller angekündigt worden war und ihm das Betreten des Vereinigten Königreichs verweigert wurde.
West hatte in früheren Jahren auf sozialen Medien Äußerungen getätigt, die als problematisch galten, wie beispielsweise die Behauptung, er sei „kein Nazi oder Antisemit“ und er liebe jüdische Menschen. Er erklärte ferner, dass er aufgrund seiner bipolaren Störung „den Kontakt zur Realität verloren“ habe. Diese Vorgänge zeigten, wie die Vergangenheit des Künstlers die aktuellen Entscheidungen über seine öffentlichen Auftritte determinierten.