Ein Gemeinderat in Japan hat beschlossen, den Bürgermeister abzusetzen, der seit mehreren Monaten bewusstlos war. Kikuo Hatakeyama, 72 Jahre alt, war seit 2008 Bürgermeister von Hachirogata in Nordostjapan. Er erkrankte im Februar und erlitt eine Hirnblutung, was zu seiner Bewusstlosigkeit führte. Der Gemeinderat stimmte einstimmig einem Misstrauensvotum gegen den Bürgermeister zu, wodurch dieser automatisch seine Position am 19. Mai verlor.
Die nationale Vereinigung von Stadt- und Dorfräten erklärte, dass ein solches Misstrauensvotum aufgrund von Krankheit selten sei. Die Entscheidung, den Bürgermeister zu entfernen, wurde als schwierig, jedoch als administrativ zwingend erachtet. Die Ehefrau des Bürgermeisters hatte das Gemeinderat bereits im vergangenen Monat gebeten, zu prüfen, ob er seine Tätigkeit fortsetzen könne. Diese Bitte wurde jedoch abgelehnt, da lokale Gesetze besagten, dass Resignationsanträge von Familienmitgliedern ungültig seien.
Um den Bürgermeister schnellstmöglich zu entfernen, wurde das Misstrauensvotum als die effizienteste Methode erachtet. Es wird erwartet, dass innerhalb von fünfzig Tagen eine Wahl zur Besetzung der Bürgermeisterstelle stattfinden wird. Die Gemeinde Hachirogata liegt in der Präfektur Akita und umfasst eine Bevölkerung von etwa fünf Tausend Einwohnern. Die lokale Wirtschaft wird maßgeblich durch Landwirtschaft und kommerziellen Fischfang geprägt, wobei weite Reisfelder die Landschaft bestimmen.
Ein Mitglied des Rates vertritt den Bezirk bei der Präfekturversammlung Akita. Die Verwaltung musste die notwendigen Schritte zur Sicherstellung der Führungsstruktur einleiten. Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen Kommunalverwaltungen konfrontiert sind, wenn wichtige Ämter durch gesundheitliche Probleme leerstehen.