Japan erlebte das jüngste große Erdbeben, welches das Land erschütterte. Das Ereignis erreichte eine Stärke von 7,1 auf Kyushu. Die Feuerwehr berichtete, dass viele Menschen im Aeon Mall Shopping Center gefangen blieben. Das Beben verursachte zudem Stromausfälle, beschädigte Straßen, ließ eine Burgmauer einstürzen und zerstörte eine Fußgängerbrücke.
Das Erdbeben traf die Präfektur Kumamoto am Dienstag um 16:27 Uhr Ortszeit (07:27 GMT). Rund 300.000 Menschen wurden aufgefordert, sich in Evakuierungsquartieren aufzuhalten. Das Einkaufszentrum, das im Kumamoto-Gebiet lag, wurde durch die Erschütterung stark beeinträchtigt. Die Feuerwehr stellte fest, dass die zweite Etage des „kommerziellen Betriebs“ einstürzte und zahlreiche Besucher in Krankenhaus gebracht wurden.
Die genaue Zahl der vermissten Personen blieb unklar. Die Polizei berichtete, dass Kontakt zu zwanzig bis dreißig Mitarbeitern verloren gegangen war. Ein Zeuge berichtete von einer Explosion und Rauch, nachdem das Erdbeben eingetreten war. Die Katastrophenschutzbehörde bestätigte später den Einsturz der zweiten Etage und die Gefangenschaft vieler Menschen.
Auch außerhalb des Einkaufszentrums erlebte die Region erhebliche Schäden. In Kumamoto wurden vermisste Personen bei einer Papierfabrik gemeldet, nachdem ein Schornstein einstürzte. Die Behörden untersuchten die Unfallstelle in der Nippon Paper Industries Yatsushiro Plant, wo ein zerbrochener Schornstein sichtbar wurde.
Die Erschütterungen verursachten auch historische Schäden. Die alten Mauern des 17. Jahrhunderts im Kumamoto-Schloss stürzten um. Dies war nicht das erste Mal, dass das Schloss durch ein Erdbeben betroffen war; bereits 2016 wurden Teile der 400 Jahre alten Festung durch ein Erdbeben von 7,3 Magnitude beschädigt. Zudem brach eine Fußgängerbrücke in der Region zusammen.
Weitere Infrastrukturschäden waren spürbar. Mehr als 40.000 Haushalte verließen den Strom. Die Meteorologische Behörde meldete zudem über 60 Nachbeben mit einer Stärke zwischen 1 und 4. Obwohl unmittelbar nach dem Beben eine Tsunamiswarnung erlassen wurde, wurde diese innerhalb von zwei Stunden aufgehoben.