Japan erlebte seinen ersten „kokushobi“, einen Tag extremer Hitze, als die Temperaturen in Teilen des Landes die 40 Grad Celsius überschritten. Dieser Begriff wurde von der Wetterbehörde eingeführt, um die Öffentlichkeit effektiver vor gefährlicher Hitze zu warnen. Am Dienstag erreichten drei zentrale Städte – Tajimi, Gujo und Toyoda – diese kritische Schwelle. Die japanische Meteorologische Behörde prognostizierte, dass die Hitze in der kommenden Woche anhalten würde.
Die zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse, wie Hitzewellen, markierte eine neue Realität. Im vergangenen Jahr verzeichnete Japan mit 41,8 Grad Celsius in Isesaki seine höchste jemals aufgezeichnete Temperatur. Die Behörden hatten bereits Begriffe für Tage über 25 Grad, 30 Grad und 35 Grad etabliert. Tage, an denen die Temperaturen 35 Grad überschritten, bezeichneten sie als moshobi, oder „extrem heiße Tage“. Die noch gravierendere Kategorie nutzte den Begriff koku, um die Hitze als hart oder grausam zu beschreiben.
Kyodo News berichtete, dass nahezu 300 der 914 Beobachtungspunkte im Land am Dienstag einen moshobi registrierten. Gleichzeitig erließen die Behörden Hitzschlagwarnungen in über 40 Präfekturen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Klimaanlagen zu benutzen, ausreichend Wasser zu trinken und Salz zu konsumieren sowie längere Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
Das Tokyo-Feuerwehramt meldete, dass am Dienstag 287 Menschen im Alter zwischen drei und 103 Jahren aufgrund von Hitzschlag in die Krankenhäuser gebracht wurden. Dies stellte die höchste Zahl dar, die in diesem Jahr verzeichnet wurde. Die Feuerwehr erließ am Mittwoch eine Warnung vor Überlastung der Rettungsdienste und forderte die Bürger auf, sich vor der Hitze zu schützen.
Die Sommer in Japan wurden zunehmend heißer und gefährlicher. Ein Bericht von Kyodo zeigte, dass die Zahl der Menschen, die bei ihrer Arbeit Hitzschlag erlitten, im Vorjahr einen Rekord von 1.803 erreichte. Neunzehn dieser Fälle führten zum Tod. Angesichts des bevorstehenden heißen Sommers ermutigte die Regierung in Tokio die Büroangestellten, anstelle von Anzug und Krawatte lässigere Kleidung wie T-Shirts und Shorts zu tragen, um die Hitze besser zu bewältigen.