Japan verstärkte seine Verteidigungsfähigkeit, um eine Eskalation zu verhindern. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi betonte die Notwendigkeit, die bisherige pazifistische Haltung zu überdenken und die militärischen Kapazitäten zu stärken. Er erklärte, dass die Stärkung der Verteidigung sowie die Vertiefung der Allianz mit den Vereinigten Staaten und die Erweiterung der Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Staaten essenziell seien, um eine neue Kriegsführung in der Region zu verhindern.
Koizumi sprach über jüngste Änderungen der japanischen Verteidigungspolitik, insbesondere die Lockerung jahrzehntealter Exportbestimmungen für Rüstungsgüter. Zum ersten Mal seit etwa fünfzig Jahren durfte Tokio Verteidigungs- und Waffensysteme mit siebzehn Ländern, mit denen formelle Abkommen geschlossen wurden, exportieren und übergeben. Er erläuterte, dass dies eine neue Vision des Handels mit Ausrüstung und Vermögenswerten im gesamten Indopazifik darstellte.
Die Verteidigung stand für die aktuelle Regierung an oberster Stelle, welche historische Ausgabensteigerungen beschloss und diese Reformen als notwendig erachtete, angesichts einer zunehmend angespannten Region. China entwickelte sich zu einem bedeutenden globalen Akteur, und die nuklearen Ambitionen Nordkoreas, die Ballistikraketen über Japan testeten, zeigten keine Verlangsamung. Zudem drängte Premierministerin Sanae Takaichi auf eine Revision von Artikel 9 der japanischen Verfassung, welcher den Krieg als souveränes Recht und die Nutzung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten aufhob.
Koizumi unterstützte die Revision von Artikel 9, da sich das Sicherheitsumfeld in den letzten acht Jahrzehnten dramatisch verändert hatte. Er betonte, dass Japan sich an diese Veränderungen anpassen müsse, um friedlich zu bleiben. Die chinesischen Ansprüche auf Taiwan und die strategische Bedeutung der Senkaku-Inseln, die als strategische Barriere im ersten Inselkette-System fungierten, stellten die größte strategische Herausforderung für das japanische Verteidigungsministerium dar.
Das Ministerium identifizierte die militärischen Bewegungen Chinas als die größte strategische Herausforderung in seinem jüngsten Bericht. Koizumi wies Chinas Behauptungen über einen „neuen Militarismus“ zurück, betonte jedoch die Besorgnis über Chinas „riesiges Arsenal“ für die internationale Gemeinschaft. Er versicherte, dass Japan den Dialog mit Peking fortsetzen wollte, obwohl direkte Kommunikationsmöglichkeiten begrenzt seien.
Die Debatte um den Status der Selbstverteidigungskräfte (SDF) blieb offen. Kritiker befürchteten, dass die formelle Anerkennung oder Erweiterung der SDF die pazifistische Haltung von Artikel 9 gefährdete. Koizumi argumentierte jedoch, dass die Verfassungsrevision durch ein nationales Referendum entschieden werde. Er betonte, dass die Entscheidung über die Verfassung letztlich bei dem japanischen Volk lag.
Die transatlantische Sicherheitsallianz blieb das Fundament der japanischen Verteidigung. Obwohl US-Führer die Lastenteilung betonten, argumentierte Koizumi, dass Japan eine eigenständige Rolle in der regionalen Sicherheit spielen müsse. Er schloss mit der Aussage, dass Japan Beiträge leisten könne, die einzigartig japanisch seien, nicht nur durch die Beziehung zu den Vereinigten Staaten, sondern auch durch seine eigene unabhängige Rolle.