Der japanische Botschafter in Australien wies die Kommentare des Premierministers Anthony Albanese bezüglich eines Geschenks von Melonen von Sanae Takaichi ab. Tokyo versicherte der australischen Regierung, dass der Premierminister keine Äußerungen gemacht hatte, wie sie in den Medien berichtet wurden. Während die Koalition weiterhin Empörung über Albances Äußerungen im Rahmen des Podcasts Bush Deep zum Ausdruck brachte, zeigte sich die japanische Regierung wenig Interesse daran, den Vorfall in eine diplomatische Krise zu verwandeln.
Der Botschafter Kazuhiro Suzuki erklärte am Mittwoch, dass er von der australischen Seite informiert worden sei, dass Premierminister Albanese die Kommentare nicht in der Art und Weise gemacht habe, wie sie berichtet wurde. Die Äußerungen, die im Parlament als „Melon-Gate“ bezeichnet wurden, dominierten die nationale Politik weiter, wobei Albanese erklärte, er habe nichts zu entschuldigen. Er betonte die Wichtigkeit der Beziehungen zu Japan und versprach, stets das nationale Interesse zu priorisieren.
Albanese sprach im Rahmen eines Interviews über das Geschenk der Melonen. Die Oppositionspartei forderte erneut eine Entschuldigung und behauptete, er habe sich „überzogen“. Senior-Schattenminister forderten zudem eine Untersuchung durch die australische Bundespolizei bezüglich des mutmaßlichen Verlecks eines diplomatischen Kabels an eine Zeitung. Die Koalition argumentierte, dass die Veröffentlichung eines solchen Dokuments eine unrechtmäßige Offenlegung vertraulicher Korrespondenz der japanischen Regierung darstellte.
Die japanische Regierung reagierte auf die Forderungen mit der Aussage, dass es zu „sensationalisierter Berichterstattung“ in den australischen Medien gekommen sei und dass Tokyo keine „böswillige Absicht“ in Albances Handlungen sah. Die Botschaft äußerte sich zunächst zurückhaltend, bis der Botschafter am Mittwoch eine Erklärung abgab, die keine weiteren Anmerkungen zu Albances Verhalten enthielt.
Suzuki merkte an, dass Takaichi im Mai Australien besucht und von Albanese in einer sehr entspannten Atmosphäre empfangen worden sei, was ein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Führern aufgebaut habe. Die Melonen-Kommentare kehrten als politisches Thema auf, nachdem der ehemalige japanische Botschafter Shingo Yamagami eine Kolumne veröffentlicht hatte, in der er behauptete, Albanese habe Takaichi beleidigt.